Wohn- und Gewerbehaus, Bottighofen/CH
Das „Polygon“ in der Schweizer Gemeinde Bottighofen vom St. Galler Architekturbüro Art of Loft AG vermeidet rechte Winkel und erzeugt so ein dynamisches Erscheinungsbild. Fensterflächen auf allen Etagen lassen Tageslicht in die Innenräume und schaffen In- und Ausblicke. Das Gebäude mit seiner eigenständigen Form steht in unmittelbarer Nähe zum Bodensee. Das Untergeschoss wurde in Massivbauweise erstellt und beherbergt eine Garage sowie Technik- und Lagerräume. Die darüberliegenden Geschosse kombinieren medizinische Nutzungen, Gewerbeflächen und hochwertigen Wohnraum, während zwei Attikawohnungen mit begrünten Flachdächern und umlaufenden Terrassen den oberen Abschluss bilden.
Die hinterlüftete Tonality-Keramikfassade kommt von Leipfinger-Bader. Insgesamt rund 500 m2 Keramikelemente wurden verbaut, bewusst in unterschiedlich dimensionierte Segmente zugeschnitten und in einer scheinbar zufälligen Struktur angeordnet. Die Elemente verändern durch Witterungs- und Umwelteinflüsse, UV-Strahlung, Kälte oder Wärme weder ihre Oberflächenstruktur noch ihre Farbe. Damit ist die hochwertige Optik des Gebäudes langfristig gesichert und die Wartung wird minimiert. Für eine zeitsparende Montage und hohe Effizienz sorgt die von Tonality entwickelte Systemunterkonstruktion des Adaptivsystems (ADS) mit speziell gestaltetem Profil. Im ADS-Profil sind die Befestigungshaken in unterschiedlichen Einbautiefen angeordnet, sodass eine gestülpte Verlegeoptik entsteht, die den Fassadenstil auflockert. So erhält die Fläche eine dreidimensionale Staffelung – ohne dass die Keramik selbst schräg bearbeitet werden muss. Die Vertikallasten der schräg verlaufenden Platten werden dabei über ein objektbezogenes Fugenprofil abgefangen. Das geringe Gewicht der Keramik sorgt dafür, dass keinerlei Hebezeug erforderlich ist. Weil das Adaptiv-Agraffenprofil selbstragend ist, kann es mit wenig Aufwand direkt auf der Primärunterkonstruktion befestigt werden.
Die Geometrie des Gebäudes und die bewusste Abkehr von rechten Winkeln spiegeln sich in der Fassadengestaltung wider. So wurde nicht nur die Tonality-Keramik in einem 35-Grad-Winkel verlegt, sondern auch die drei straßenseitigen Fassadenflächen als auskragende, überhängende Elemente ausgeführt. Bei den Fenstereinfassungen wurde das Prinzip der asymmetrischen Geometrie fortgeführt, sodass sich kein Winkel der Laibungen, Stürze oder Fensterbänke wiederholt. Jede Öffnung erhält dadurch eine individuelle, dynamische Rahmung.
Projektdaten
Architektur: Art of Loft AG,
Fertigstellung: 2024
Hersteller: Leipfinger-Bader,
Produkt: Tonality-Keramikfassade
