Von Urlaub träumen
Die mit der Künstlerin Jana Gunstheimer kuratierte Veröffentlichung „Dream in Progress“ ist eine Momentaufnahme der derzeitigen Entwicklung eines bestimmten Bereichs der Hospitality-Branche. Nämlich der, in denen Privatpersonen in einer meist unangetasteten Region (im Norden wie im Süden des europäischen Kontinents) Konzepte für gemeinschaftliche Auszeiten gestalten. So werden in diesem Buch – von dessen Cover es acht unterschiedliche Versionen gibt – 16 Projekte vorgestellt, die zwar einzigartig sind, aber im Kern die gleiche Botschaft vermitteln möchten: raus aus den europäischen Metropolen und rein in die Natur. Die angestrebte Symbiose mit den sehr kleinen Orten, in denen diese Projekte stattfinden – von Boutique Hotels und kleinen Ferienwohnungen über luxuriöse Bungalows zu kleinen Villen –, ist der Kern des Prozesses. Und der Prozess ist der Kern dieser Urlaubsarchitekturen: Immer sei etwas im Wandel, immer werde noch angepasst und auch die Besucherinnen sollen, dürfen und müssen immer eine Spur ihrer Präsenz hinterlassen.
Dieses Buch ist so gestaltet wie die Architektur, die es vorstellt: unkompliziert und unkonventionell. Die Projekte werden ganz verschieden präsentiert: mal als klassischer Bericht, mal als Tagesablauf mit Zeitstempel, mal als Interview und mal nur durch simple Skizzen. Dabei ist die Architektur durchaus vordergründig, denn ohne sie wären diese Geschichten nicht erzählbar. Doch ist sie nicht die Erzählerin.
„Dream in Progress“ zeigt erneut, dass Architektur nicht nur materielle, technische Eigenschaften hat, sondern vor allem an die ganz alltäglichen Lebensentscheidungen von Menschen gebunden ist. Manche davon sind regelrechte Prominenzen – wie der ehemalige Berliner Staatssekretär für Kultur Tim Renner oder der dänische Architekt Sigurd Larsen.
Falls Sie Inspiration für Ihr nächstes Urlaubsprojekt oder einen Reiseführer für alternative Unterkünfte suchen, sind Sie hier genau richtig. Doch am besten funktioniert das Buch in den eigenen vier Wänden. Denn von Urlaub träumen, kann man hier am besten. ⇥AGh
