VDI Wettbewerb Integrale Planung entschieden
Die Gewinner-Arbeiten des 14. VDI-Wettbewerb Integrale Planung (WIP) stehen fest. Unter dem Motto „Gateway Wuppertal – Neues aus Bestehendem schaffen“ entwickelten Studierende interdisziplinär Konzepte für ein nachhaltiges Torgebäude an der geplanten Hängebrücke der Bundesgartenschau (BUGA) 2031 in Wuppertal. Neben einem barrierearmen Zugang zur Brücke waren Serviceangebote für Besucherinnen sowie ein Apartment mit Atelier für Kunstschaffende auf dem Kiesberg Bestandteil der Aufgabe. Im Mittelpunkt standen jedoch vor allem zirkuläres Bauen und die Wiederverwendung vorhandener Bauteile. Ziel war es, kreative, ressourcenschonende und zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln, die als Inspiration für die BUGA31 und die nachhaltige Entwicklung Wuppertals dienen.
Den ersten Preis erhielt das Team der TU Wien mit Simon Berger, Elias Walder und Emanuel Aigner für den Entwurf „Building Gateways“. Das Projekt konnte die Jury durch einen starken ganzheitlichen Entwurfsansatz überzeugen. Städtebaulich fügt sich das Gebäude zwischen Hängebrücke und Waldpark ein und schafft eine Verbindung von Landschaft, Infrastruktur und Architektur. Besonders hervorgehoben wurde die klare Haltung des Entwurfs, der die Qualitäten des Ortes stärkt, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Auch der konsequente bauteilorientierte Ansatz überzeugte die Jury. Die vorhandenen Ressourcen werden gestalterisch und konstruktiv schlüssig eingesetzt und prägen die Identität des Gebäudes. Dadurch entsteht eine eigenständige Architektur, die Nachhaltigkeit, Funktionalität und gestalterische Qualität beispielhaft verbindet.
Der zweite Preis ging an Felix Thiemann, Christin Broghammer und Noah Holl von der Uni Stuttgart für ihren Entwurf „Riegelwerk“. Die Jury lobte insbesondere die klar strukturierte Gesamtidee und den sensiblen Umgang mit der Landschaft. Das Gebäude integriere sich selbstverständlich in seine Umgebung und schaffe durch sorgfältig entwickelte Blickbeziehungen attraktive Aufenthaltsbereiche sowie eine enge Verbindung zwischen Naturraum und Hängebrücke. Positiv bewertet wurde außerdem der konsequente Umgang mit den vorhandenen Bauteilen. Diese bilden die Grundlage einer eigenständigen architektonischen Sprache und verbinden Nachhaltigkeit mit hoher gestalterischer Qualität.
Den dritten Platz erhielt das Team der Fachhochschule Aachen mit Lukas Laboga, Wim auf dem Graben und Muhammad Nugraha Iskandar für den Entwurf „92 %“. Die Jury würdigte die konzeptionelle Stärke sowie den konsequent verfolgten integralen Planungsansatz. Architektur, Konstruktion, Materialeinsatz und Gebäudetechnik greifen schlüssig ineinander. Besonders überzeugte die frühzeitige Einbindung der Gebäudetechnik, die die architektonische Idee sinnvoll unterstützt. Den zweiten dritten Platz belegte ein weiteres Team der Uni Stuttgart mit Julie Duncker, Alexandra Maria Meier, Serafin Lindau und Lukas Maucher. Ihr Entwurf „Re:Connected“ überzeugte durch seine hohe gestalterische Qualität und einen innovativen Umgang mit den vorhandenen Materialien. Der Entwurf entwickelt eine eigenständige architektonische Identität, schafft vielfältige Aufenthaltsqualitäten und integriert die wiederverwendeten Bauteile überzeugend in das Gesamtkonzept. Sorgfältig ausgearbeitete Detaillösungen unterstreichen zusätzlich die hohe Entwurfsqualität.
Der VDI-Wettbewerb Integrale Planung findet jährlich zu wechselnden Themen statt und wird von der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik organisiert. Unterstützt wurde der Wettbewerb in diesem Jahr von der Heinz Trox Stiftung, der BUGA Wuppertal 2031 gGmbH, der Clees Unternehmensgruppe, Greydot, dem Living Lab NRW und den WSW.
Der Wettbewerb richtet sich an Studierende der Architektur, des Bauingenieurwesens, der Technischen Gebäudeausrüstung und des Facility Managements. Ziel ist es, bereits im Studium jene interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern, die bei komplexen Bauprojekten heute unverzichtbar ist.
Das Thema der nächsten Runde des WIP 2027 steht auch bereits fest. Unter dem Titel „Rhein hängen – Jugendherberge im Steilhang am Erpeler Ley“ startet der Wettbewerb im Wintersemester 2026/2027.
