TU Berlin geschlossen
Nach einer Routine-Begehung war klar: Das Haus muss sofort geschlossen werden. Mangelhafter Brandschutz! Nicht irgendein Gebäude irgendwo, das Hauptgebäude der TU Berlin hat es nun erwischt. Statement der Präsidentin der TU, Prof. Dr. Fatma Deniz: „Am 9. Mai 2026 musste das Hauptgebäude der TU Berlin [eine der renommiertesten technischen Universitäten Europas; Be. K.], aufgrund festgestellter baulicher Mängel geschlossen werden. Das historische Gebäude entspricht nicht mehr den heutigen Brandschutzanforderungen. Mit einem Sanierungsbedarf von insgesamt 2,4 Mrd. € steht die TU Berlin beispielhaft für die Folgen jahrelanger Investitionsstaus und Sparmaßnahmen in der öffentlichen Infrastruktur.“ Das kann wohl nur jemand so sagen, der (oder die) frisch auf dem präsidialen Posten ist, die Präsidentin ist das seit dem 1. April. Erst 2023 kam Dr. Fatma Deniz an die Universität, an der sie allerdings vor Jahren promoviert wurde.
Der langgestreckte Riegel mit Kopfbauten hinter Naturstein stammt aus der Kaiserzeit, wurde im Krieg 1939–45 stark beschädigt, teils repariert und in den 1960er-Jahren durch ein zur Straße des 17. Juni vorgesetztes Volumen erweitert. Die Ergänzung mit Aluminiumfassade (geplant von Willy Kreuer und Paul Schwebes) sowie der Altbau stehen unter Denkmalschutz.
Ob ein Milliarden-€-Sanierungsstau „beispielhaft“ ist? Vielleicht ist er nur Ausdruck einer Haltung insgesamt, die Infrastruktur und öffentliches Gebäudematerial schlicht nur abgenutzt hat und sich nun wundert – oder abreisst, weil ja nichts mehr zu retten sei. Be. K.
