Reihenhaus, Gent/BE

Nach mehr als 100 Jahren hat das Reihenhaus im Zentrum von Gent einen rund 24 m2 großen Garten und eine farbenfrohe Rückfassade erhalten. Die Aufwertung geht zurück auf Marge Architecten, die ihr Wissen um das sogenannte „Reiken“-Prinzip beim Umbau des Hauses einbrachten. Das Bauvolumen wurde reduziert und im Hauptgebäude sowohl die Aufteilung als auch die Verarbeitung optimiert. Oft mit chirurgisch präzisen Eingriffen.

Farbe und Geradlinigkeit machen die Rückfassade zu einem Blickfang und ausgewogenen Gegenstück zur polychromen Vorderfassade. Für den Gebäudesockel wurde ein blauer Farbton gewählt. Daran schließt nach oben hin ein sonniges Gelb an. Die Gebäudekrone mit ihrem ausdrucksstarken, gekrümmten Fassadendämmputz greift die blaue Farbe des Sockels wieder auf. Die weißen Ränder– gleichen die unterschiedlichen Fenstergrößen aus und bilden einen Puffer zwischen den gelben und blauen Abschnitten, wodurch ein zu abrupter Übergang vermieden wird. Die Innenausbauten wiederum erhielten einen auffälligen Farbton, der zwischen Orange und Lachsrosa changiert. Die fünf kleinen Fenster im Treppenhaus sind tief in die Fassade eingelassen. Dadurch wird die Glasfläche vollständig verschattet, sodass hier keine Screens erforderlich sind. Die großen Fenster in den Wohnbereichen hingegen wurden so weit wie möglich nach außen gelegt, um ein Maximum an Innenraum zu schaffen. Hier sind kompakte Fixscreens in der gleichen Farbe wie die Schreinerarbeiten integriert. Auch für das 2,9 m große Faltschiebefenster erwies sich Textilsonnenschutz als gute Lösung. Das unterste Fenster erhält dank des Pressgitters im darüberliegenden Geschoss im Sommer ausreichend Schatten und in den anderen Jahreszeiten ausreichend Licht.

Ein zentrales Lüftungssystem in das vertikale Wohnkonzept einzubauen, war kompliziert, da die historische Fassade zu viele „Luftlecks“ aufwies, um für ein balanciertes Zuluft-/Abluft-System vom Typ D in Frage zu kommen. Hier kam die Healthbox 3.0 von Renson zum Einsatz, ein bedarfsgesteuertes C-System.

Die Healthbox 3.0 ist zentral im Haus, in einer Kassette über der sanibloc-Toilette installiert. Dort laufen alle Luftkanäle aus Badezimmer, Küche und WC zusammen. Jeder Nassraum verfügt über andere Klappen, die mit passende Sensoren für die jeweilige Raumnutzung ausgestattet sind. Die verbrauchte Luft wird über das Dach abgeführt, um Gitter in der Rückfassade zu vermieden. Ein einziger Schacht verläuft vom Untergeschoss durch die Küche in die darüberliegende Etage, wo er in eine Kassette integriert wurde, die das Erscheinungsbild definiert. Im Badezimmer wiederum ist der Schacht in eine Nische hinter der Badewanne verbaut. So gelingt eine nahtlose Integration in den Innenraum.

Projektdaten

Architektur: Marge Architecten, www.margearchitecten.be

Fertigstellung: 2024

Hersteller: Renson, www.renson.net

Produkt: Healthbox 3.0

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