Papierfabrik, Cham/CH
Bis Mitte des 17. Jahrhunderts reicht die Tradition des Papierhandwerks in Cham/CH zurück, als die Wasserkraft der Lorze erstmals für eine Papiermühle genutzt wurde. Die über Generationen weitergegebene Unternehmung nahm im Laufe der Zeit größere Maßstäbe an. Fabrikgebäude, Maschinenhallen, Werk und Wohnstätten wuchsen zu einem Industriegelände an. Nun sollen im rund 12 ha großen Papieri-Areal bis 2030 ca. 4 000 Menschen leben und arbeiten. Hierfür wird ein nach Kriterien des 2 000-Watt-Areals entwickeltes Stadtplanungsprojekt rund um den teils denkmalgeschützten Bestand nachverdichtet.
Der Masterplan folgt nach einem kooperativen Planungsverfahren mit Bürgerbeteiligung dem städtebaulichen Konzept der Büros Albi Nussbaumer Architekten aus Zug und Boltshauser Architekten aus Zürich. Letztere verantworteten unter anderem den Umbau des rund 250 m langen Riegels zwischen Lorze und Maschinengasse. Erstere wiederum sind nun mit ihrem Büro in ein Atelierloft in die alten Papierhallen gezogen.
Fünf Gewerbeeinheiten, sieben Loft-Ateliers und 52 Wohnungen sind in dem langgezogenen Riegel auf rund 2 620 m2 entstanden. Dabei reihen sich die Kultur-, Gewerbe- und Gastronomienutzungen im Erdgeschoss aneinander und sollen die Maschinengasse in einen belebten Stadtraum verwandeln. In den bis zu drei Obergeschossen sind Wohnlofts und Ateliers untergebracht. Für den Umbau ließen Boltshauser Architekten die Substanz bis auf die Trag- und Deckenstruktur samt vorhandener Niveauunterschiede rückbauen. Die sichtbare Skelettkonstruktion aus Eisenbeton prägt auch nach dem Umbau die Gliederung der Fassade und bleibt innen teils sichtbar. Die rückgebauten Materialien flossen teilweise in das Sanierungsprojekt wieder ein.
Zu den stilprägenden Fassadenelementen gehören Sprossenfenster, Glassteine sowie Stahlfenster und -türen, die die industrielle Vergangenheit betonen. Hierfür wurden die Bestandsfenster teils saniert oder durch neue ersetzt, welche die alten zitieren. Auf der Westseite des Gebäudes bildet eine durchlaufende Loggia einen Klimapuffer nach innen. Dadurch konnten die originalen Fenster mit ihren filigranen Profilen erhalten bzw. passend ergänzt werden. Hohe wärmedämmende Eigenschaften in Kombination mit der einzigartigen Ästhetik äußerst schlanker Profile vereinen die eingesetzten Fenster forster unico xs, die Tür- und Portalelemente forster unico Hi sowie die Brandschutzelemente forster unico EI30. Diese Profilsysteme von Forster können dank Verzicht auf Kunststoffisolatoren auch feuerverzinkt werden. Die Oberflächenbehandlung Feuerverzinkung gewährleistet dauerhaft robuste und wertbeständige Profile, die durch ihren rauen Charakter gerade auch beim Sanierungsprojekt im Papieri-Areal den gewünschten industriellen Charme unterstreichen.
Projektdaten
Architektur: Boltshauser Architekten, www.boltshauser.info
Fertigstellung: 2023
Hersteller: Forster
www.forstersystems.com
Produkte: Tür- und Portalelemente forster unico Hi, Brandschutztüren forster unico EI30, Fensterelemente forster unico xs, allesamt feuerverzinkt
