Kreisverwaltung, Eutin

Die Kreisverwaltung Ostholstein in Eutin mit rund 500 Mitarbeitenden ist in einem denkmalgeschützten Altbau und in Ergänzungsbauten aus den Jahren 1978/79 untergebracht. Im Innenhof des denkmalgeschützten Haupthauses realisierte die Kreisverwaltung als Bauherr nach dem Entwurf von Bieling Architekten einen dreigeschossigen Erweiterungsbau, um den gestiegenen Raumbedarf zu decken. Das Bürokonzept vereint über drei Geschosse 44 Einzel- und sechs Doppelbüros sowie eine Multifunktionszone mit sieben geschlossenen Besprechungsräumen. Ein Gang auf Höhe des ersten Obergeschosses schafft eine Verbindung zum historischen Haupthaus. Die kompakte und durchdachte Form des Neubaus erlaubt im Bedarfsfall eine nachträgliche winkelförmige Erweiterung. Der Erweiterungstrakt wurde in Holzhybridbauweise re­alisiert – eine für Norddeutschland bislang eher ungewöhnliche Bauweise. Der Skelettbau mit Holzstützen und -hauptträgern ruht auf einem massiv hergestellten Untergeschoss. In den Geschossen darüber wurde vor allem der Baustoff Holz verwendet. Stahlbeton kam nur für die Fertigteilelemente in der Holzbetonverbunddecke, für den Aufzugschacht und für die Treppenläufe des Fluchttreppenhauses zum Einsatz. Während die Treppenhauswände für die räumliche Aussteifung und den vertikalen Lastabtrag in Massivholz ausgeführt sind, wurden die Treppenläufe und -podeste aus Brandschutzgründen als kostengünstige, robuste und optisch ansprechende Betonfertigteil-Lösung eingebaut. Bei den Wänden handelt es sich um Cross-Laminated-Timber-Wände, die – ebenfalls aus Brandschutzgründen – mit 2 x 2-lagigen Gipskarton verkleidet sind. Treppenläufe aus klassisch grauem Sichtbeton, ein filigranes, weißes Blech mit Holzhandlauf als Geländer im Treppenauge und Granitnaturstein für die nötige Trittsicherheit im vorderen Teil der Treppenstufen sorgen hier für eine angemessene Ausführung. Um die Anforderungen von 53 dB an den Trittschallschutz der Treppen einzuhalten, wurden zur Entkopplung des Fluchttreppenhauses verschiedene Typen von Schöck Tronsole eingesetzt: In der rückwärtigen Wand wurden zwei Trittschalldämmelemente vom Typ Q eingebaut. In den seitlichen Wänden kam Tronsole Typ Z zum Einsatz. Beim Hauptpodest wurden an der Vorderseite jeweils zwei Tronsole Typ Z sowie längs auf der Treppenhauswand zwei Tronsole Typ B eingebaut. Die direkte Messung des Norm-Trittschallpegels über Luftschall zeigte, dass die Schallschutzanforderungen sogar um einige dB unterschritten werden konnten. Damit ist die Eignung von Schöck Tronsole für den Holzhybridbau bestätigt.

Projektdaten

Architektur: Bieling Architekten, www.bieling-architekten.de

Ferigstellung: 2025

Hersteller: Schöck Bauteile GmbH, www.schoeck.com

Produkte: Schöck Tronsole Typ B, Typ Q, Typ Z

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