Kino International, Berlin
Das Kino International ist seit seiner Eröffnung am 15. November 1963 und als spätes Zeugnis einer – heute denkmalgeschützten – modernistischen Architektur, eine Institution. Bereits in den 2010er-Jahren hatte die Betreiberin, die Yorck Kinogruppe, dringende Sanierungsarbeiten am Gebäude durchgeführt. Im Mai 2024 begann schließlich eine Generalsanierung, für die das Haus erstmals in seiner Geschichte für einen längeren Zeitraum geschlossen blieb. Nun erfolgte die Wiedereröffnung. Mit seinem weißen Baukörper über dem Eingangssockel kragt der eigentliche Kinotrakt des Kinos mit seiner verglasten Hauptfassade rund 9 m vor. Die Breite der Leinwand beträgt 17,5 m, blaugepolsterte Sitzreihen staffeln sich im Vorführsaal in Richtung Leinwand. Die optische Ausrichtung zur Leinwand wird durch eine abgehängte Akustikdecke, die in Wellen zur Leinwand ausgerichtet ist, verstärkt. Die historische Rabitzdecke hängt an einer Tragkonstruktion aus Stahl, in der ein Laufweg aus Gitterrosten integriert wurde. Für die Erneuerung der Dämmung über der gesamten Decke mussten zusätzliche Laufwege aus Holzplanken verlegt werden. Auf ihnen konnten sich die Mitarbeitenden des beauftragten Fachunternehmens sicher bewegen und die Schläuche mit sich führen, über die das Steinwolle-Granulat auf die Decke aufgeblasen wurde. Aus Brandschutzgründen kam dafür das Granulat Fillrock RG, mit einem Schmelzpunkt von über 1 000 °C zum Einsatz. Fillrock RG ist ein nichtbrennbares, flockenförmiges Granulat aus Steinwolle in der Wärmeleitstufe (WLS) 038. Ziel bei der Sanierung war es, eine fugenlose Dämmlage von 160 mm auf der gesamten Decke zu erreichen. Nach dem Aufbringen des Granulats wurde dieses mit Kaliwasserglas benetzt, um die Dämmung zu fixieren und in ihrer Lage zu sichern. Dabei profitiert die Raumakustik im Vorführraum des Kinos von der Masse der Steinwolle-Dämmung. Um die Menge der Feuchtigkeit im Auftrag reduzieren, wurde der Kleber nicht – wie sonst üblich – gemeinsam mit dem Granulat aufgespritzt, sondern nur einmalig am Ende des Aufblasens. Das Setzmaß liegt damit bei max. 10 Prozent. Im Falle eines Rückbaus kann das Steinwolle-Granulat recycelt und ohne Wertverlust zu neuen Steinwolle-Produkten verarbeitet werden. Die Deutsche Rockwool bietet dazu das Rücknahmesystem Rockcycle an.
Projektdaten
Architektur: Dickmann Richter Architekten PartG mbB,
www.dickmannrichter.de
Fertigstellung: 2026
Hersteller: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG, www.rockwool.de
Produkte: Einblas-Deckendämmung mit Fillrock RG
