Hochschulgebäude, Düsseldorf
Mit dem Zentrum für Digitalisierung und Digitalität (ZDD) hat die Hochschule Düsseldorf einen weiteren Neubau auf ihrem Campus Derendorf hinzubekommen. Das Düsseldorfer Architekturbüro RKW Architektur+ entwickelte dafür einen kompakt gefügten Baukörper aus ineinandergeschobenen Volumen, dessen horizontale Gliederung sich in der seriellen Ordnung der Keramikfassade widerspiegelt. Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade mit glasierten Keramikbaguettes von Moeding prägt dabei die äußere Erscheinung.
Der Neubau ergänzt den 2018 zusammengeführten Campus der Hochschule Düsseldorf auf dem ehemaligen Schlachthof-Areal an der Rather Straße. In einem Umfeld aus zeitgenössischen Hochschulbauten mit industriell geprägten Fassaden und erhaltenen historischen Ziegelstrukturen formuliert das ZDD dabei eine eigenständige architektonische Position. Maßstäblich und in seiner Höhenentwicklung fügt sich der Baukörper in das bestehende Campusgefüge ein, hebt sich mit seiner Architektur allerdings trotzdem von den metallischen Neubauten, den angrenzenden Wohngebäuden und den Bestandfassaden ab, hinter denen sich beispielsweise die Bibliothek befindet. Auf rund 2 700 m2 Nutzfläche bündelt das ZDD interdisziplinäre Lehr- und Forschungsformate aus Bereichen wie Künstliche Intelligenz, angewandte Informatik, Architektur sowie Kultur- und Medienwissenschaften. Flexible Raumstrukturen, offene Grundrisse und ein weitgehend nicht hierarchisch organisierter Aufbau unterstützen projektorientierte Arbeitsweisen der rund 350 Studierenden und fördern den Austausch zwischen den Disziplinen.
Gestalterisch greift die Fassade die horizontale Gliederung der ineinandergeschobenen Volumen auf und führt sie als serielles keramisches Raster fort. Die horizontal verlegten Keramikstäbe sind in fünf differenzierten Gelbtönen ausgeführt und erzeugen ein nuanciertes, changierendes Fassadenbild, das auf Licht und Blickwinkel reagiert. In ihrer Materialität nehmen die Baguettes Bezug auf die Ziegeltradition des Ortes und übersetzen diese in eine zeitgemäße Fassadenlösung. Zum Einsatz kamen quadratische Hohlprofile aus Keramik mit glatter Oberfläche. Je nach Fassadenbereich sind die Elemente überwiegend dreiseitig, im Bereich des verglasten Treppenhauses vierseitig glasiert. Die Farbzuordnung folgte einer vorab definierten Typisierung. In der Verbindung von serieller Ordnung, materialbezogener Differenzierung und präziser Ausführung wird die Keramikfassade zum zentralen Gestaltungselement des Neubaus.
Projektdaten
Architektur: RKW Architektur+, www.rkw.plus
Fertigstellung: 2023
Hersteller: Moeding,
www.moeding.de
Produkte: Keramikbaguettes
