Grundinstandsetzung der Staatsbibliothek

Vor gut sechs Jahren kam die Meldung, dass sich das Hamburger Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner gmp in einem internationalen Realisierungswettbewerb zur Grundsanierung der Staatsbibliothek am Kulturforum durchsetzen konnte. Nun endlich meldet die Projektleitung, das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Bauherrin ist die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) – die „Weichen für die Sanierung der Staatsbibliothek am Kulturforum“ seien gestellt, man werde demnächst die vorbereitenden Maßnahmen starten.

Dass alles derart lange dauert, liegt einerseits am Objekt selbst, der denkmalgeschützten Architekturikone Hans Scharouns. Die soll nach dem Aus- und Umzug der rund 5,4 Mio. Bücher zu einer modernen, nachhaltigen und nutzerfreundlichen Bibliothek umgebaut werden. Die Baumaßnahmen sollen ab 2030 starten, zurzeit rechnen die Planer mit ca. elf Jahren Schließung! Wer das ­Bücherschiff also noch einmal von innen anschauen will, sollte den Besuch bald machen.

Der das Kulturforum nach Osten hin abriegelnde Bau – eine Reaktion auf die baulichen Aktivitäten im damaligen Ostteil der geteilten Stadt – wurde von 1967 bis 1978 nach Plänen des Philharmonie-Architekten Hans Scharoun unter Mitwirkung ­von Edgar Wisniewski entworfen und realisiert.

Das Haus mit seiner gegliederten Lese-
land­­schaft steht unter Denkmalschutz. Einmalig ist dabei etwa die Lichtarchitektur mit Sheddach, den runden Oberlichtern und kugelförmigen Leuchten. Neben der Schadstoffsanierung und der Aktualisierung der Haustechnik wird ein wesentlicher baulicher Eingriff die Durchlässigkeit des Riegels sein, denn hinter ihm geht die Stadt seit der Wiedervereinigung weiter.

Die Staatsbibliothek, Haus Potsdamer Straße, ist das größte Bauwerk Hans Scharouns: Mit rund 114 000 m² BGF ist das Gebäude flächenmäßig etwa doppelt so groß wie die Neue National­galerie, die Philharmonie Berlin und das gegenüber im Bau befindliche berlin modern zusammen. Für die gesamte Maßnahme wurden rund 1,1 Mrd. € genehmigt, hinzu kommen für Risiken und Baupreissteigerungen rund 350 Mio. €. Darin enthalten sind die Kosten zur Vorbereitung der Ausweichstandorte einschließlich Errichtung des Ersatzneubaus an der Tiergartenstraße, die Freiräumung der verschiedenen Bauteile, die Schadstoffsanierung des Bücherturms, die Umgestaltung zu einer zeitgemäßen, barrierefreien und nachhaltigen Bibliothek unter Beachtung aller Vorgaben des Denkmalschutzes und die Herrichtung der Außenflächen. Elf Jahre! Wir werden sie vermissen müssen. Be. K.

www.bbr.bund.de, www.gmp.de

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