Gesucht wird Strahlkraft

Gesucht wurden „Ideen und Projekte mit Strahlkraft“, so ist es in der Presseaussendung des Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) zu lesen. Es hatte, zusammen mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) Ende 2025 einen „Innovationspreis zur Reaktivierung von leerstehendem Wohnraum in ländlichen Räumen“ ausgelobt.

Der bundesweit laufende Wettbewerb ist Teil der Handlungsstrategie „Leerstandsaktivierung“ mit dem Ziel, gelungene Maßnahmen, Initiativen und Projekte auszuzeichnen, die leerstehende Gebäude erfolgreich für Wohnzwecke reaktivieren und damit einen nachhaltigen Beitrag zur lokalen Entwicklung leisten. Mit dem Wettbewerb „sollen die großen Potenziale ländlicher Regionen als attraktive Lebensorte hervorgehoben und die öffentliche Aufmerksamkeit für Wege aus dem Leer-stand erhöht werden.“ (BMWSB) „Lost places“, so die Bundesministerin für Wohnen, Stadt­entwicklung und Bauwesen, Verena Hubertz, „braucht eine Kommune höchstens an Halloween“. Dass die Ministerin einräumt, wir hätten in Deutschland über 2 Mio. leerstehende Immobilien, könnte man als Zeichen dafür erkennen wollen, dass das Mantra der 400 000 möglicherweise zu einem realistischen Ziel mit wesentlich niedrigerem Produktionsausstoß an Neubauten umgemünzt wird.

Die über den Wettbewerb gesuchten „Ideen und Projekte mit Strahlkraft“ sollen mit Fokus auf das Rurale überzeugen: „Ob umgenutztes Bauernhaus, [...] stillgelegte Werkhalle oder leerstehende Wohnung – ausgezeichnet werden Initiativen, die leerstehende Gebäude in ländlichen Räumen erfolgreich in neuen Wohnraum verwandeln oder mit innovativen Instrumenten und Konzepten zur Belebung beitragen.“ Dass man sich ebenso über „kluge Öffentlichkeitskampagnen“ freue, „die Schwung in die Leerstandsaktivierung bringen“, will wieder andeuten, dass man mit der bisherigen Strategie des Neubauens nicht wesentlich weiterkommt. Bewerbungen waren bis zum 17. Oktober 2025 beim BBSR möglich, in der zweiten Runde (Februar) gab es (für 15 Projekte) eine Aufwandspauschale (3 000 €). Im Juni 2026 sollen uns dann drei Siegerprojekte vorgestellt werden. Ob wir mit denen neuen Schwung in die Leerstandsaktivierung (auch in Städten!?) bringen können? Wir bleiben dran.                    Be. K.

www.potenzial-leerstand.de

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