Eröffnet: Peter-Zumthor-Museum in LA
Vor zwei Jahren fragte ich mich: Schaffen die das? „Die“ sind das Projektleiterteam am LACMA, dem mehrere Gebäudeteile umfassenden Los Angeles County Museum of Art. Peter Zumthor war hierzu (USA, Maßstab) direkt aufgefordert worden und hatte einen Baukörper für die David Geffen Galleries abgeliefert, der so gar nicht als „ein Zumthor“ zu erkennen war.
Den Auftraggebern wird das egal gewesen sein, Zumthor ist Architekturkennern in den USA vielleicht namentlich bekannt, mehr aber auch nicht. Namenspatron des Ausstellungsneubaus, David Geffen, ist der Hauptsponsor des Gebäudes, dessen amöbenhafte Form eingeschossig durchs Gelände gleitet, vom Boden abgehoben, den Wilshire Boulevard überbrückend. Riesige Glastafeln zwischen bronzefarbenen Pfosten öffnen die Ausstellungsflächen, gefasst von mächtigen Betondeckenquerschnitten. Ein Zumthor?
Innen schon eher, wenn man den Fotografien trauen darf. Das Kölner Kolumba – natürlich viel weniger riesig – klingt hier auf mit seiner so zumthorischen Körperhaftigkeit: Materialhaptik, klare, organisch angelegte Raumfügung, Lichtfluss, Blickachsen ... Ende April wurde die Fertigstellung des Hauses mit Prominenz gefeiert, am 4. Mai wurde für alle eröffnet, nun wird sukzessive die Kunst einziehen. Das meiste davon kommt aus Häusern, die für den Neubau abgerissen wurden, u. a. die sehr zeittypischen Bauten William Pereiras, die bei uns längst Denkmalschutz hätten. Wer demnächst die Beverly Hills besucht, kann wählen: Richard Meiers Getty Center oder Zumthors Geffen Galleries. Architekturtheoretisch zwei Welten, gerade einmal 15 km auseinander. Und, ganz nah dabei: Hollywood! Ein Zufall? Be. K.
