Vorfertigung als Konstruktionssystem

In der Märzausgabe der DBZ haben wir in dem Interview mit Bundesbauministerin Barbara
Hendricks über die 10 Punkte der Wohnungsbau-Offensive „ gegen den Mangel an Wohnun-gen in Deutschland gesprochen. Ihr Statement: „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum für alle. Mindestens 350 000 neue Wohnungen pro Jahr sind nötig, um den sozialen Zusammenhalt nicht zu gefährden“.  Wahrscheinlich sind es noch mehr, viele reden von mind. 400 000. Ohne in einen Wettbewerb der Zahlen einzutreten: Unbestritten brauchen wir ganz viel Wohnraum, jetzt, schnell, jährlich – und das in den nächsten Jahren. Eines muss dabei klar sein: Bei allen schnellen Lösungen darf die bauliche, funktionale, architektonische und baukulturelle Qualität nicht fehlen. Denn jeder weiß, nichts ist so beständig wie ein Provisorium.

„Vorfertigung“, das Thema dieser Ausgabe, wird in Zusammenhang mit dem Wohnungsbau oft als „günstige“ Lösung angepriesen. Genau darüber haben wir mit unserem Heftpaten Prof. Christian Schlüter von ACMS Architekten, Wuppertal, gesprochen: „Von der  These, im seriellen Bauen steckt das Potential, kostengünstiger zu bauen, bin ich nicht wirklich überzeugt“, so sein Eingangsstatement zu unserem Gespräch. „Man kann nur Einsparen, wenn wir Prozesse entwickeln, die wir steuern können. Wir müssen in die Vorfertigungsthemen reinkommen, um über diese Prozesse das Bauen wieder handhabbar zu machen. Das wird damit aber nicht preiswerter. Wir haben generell großes Interesse am Modulbau wie an der Vorfertigung und finden es spannend, unsere Ideen mit dem Fertigungs-Know-how zu verbinden. Zusammen mit den Unternehmen kann man gute Vorfertigungs-Systeme entwickeln, die überall adaptierbar sind. Und, wir können damit eine Breite des Marktes erhalten mit unterschiedlichen Entwicklungen, Konstruktionen, Fertigungstiefen und Preisen. Das serielle Thema muss man aus meiner Sicht gar nicht in fix und fertigen Baukastensystemen denken, sondern als Konstruktionsprinzip verstehen. Die Bauprozesse werden verlagert, z. B. in die Halle. Wenn ich eine Einschätzung auf die weitere Entwicklung abgeben sollte, ist es wahrscheinlich klüger, es in Holz als in Massivbau zu tun.“

Lesen Sie den ganzen Standpunkt zum Thema „Vorfertigung“ von Prof. Schlüter auf Seite 24 und sehen Sie auf den darauf folgenden Seiten, welche Projekte wir mit ihm ausgewählt haben für diese Ausgabe. Eines vorweg, es sind nicht nur Wohngebäude geworden ... BF

Der Bauverlag – und damit auch die DBZ – hat die „Initiative bezahlbarer Wohnungsbau“ ins Leben gerufen (siehe S. 22). Unterstützt werden wir dabei vom BMUB, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und dem DAM, Deutsches Architekturmuseum, das in diesem Jahr den Deutschen Pavillon „Making Heimat“ auf der Architekturbiennale kuratiert. Sämtliche einschlägigen Beiträge des Verlags sowie nutzwertige Informationen zu Programmen und Fördermittel finden Sie gebündelt hier:

www.initiative-bezahlbarer-wohnungsbau.de

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