Vom Dunkel ins Licht  Heidl Architekten gestalten Stadtfriedhof und Aufbahrungshallen neu

Durch ein schwarzes schmiedeeisernes Tor, dessen Struktur an abgeschnittene Zweige erinnert, und über eine Birkenallee betreten die Trauernden und Besucher den neu gestalteten Stadtfriedhof Linz/St Martin von Heidl Architekten. Dann prägen weiße, mediterran anmutende Baukörper den Friedhofs-Raum. Über einen von Erdwällen umsäumten Hof gelangen die Trauergäste in die Aufbahrungshalle, wo sie ihre Kränze auf einem über dem Boden schwebenden weißen Podest ablegen können. Hinter zwei metallbeschlagenen Schiebetoren verbirgt sich ein lichtdurchflutetes Foyer. Es ist der Hauptraum der Aufbahrungshalle, der nach Osten auf einer Länge von 25 m komplett verglast ist und den Blick auf einen bekiesten Innenhof mit einem Lebensbaum freigibt. Im Westen ist er von einer 8 m hohen, weiß gestrichenen Holzlamellenwand begrenzt, die über ein Oberlicht sanft indirekt beleuchtet wird. Hinter den Holzlamellen reihen sich fünf Aufbahrungsnischen aneinander. Jede einzelne kann auf Wunsch der Trauernden komplett geschlossen werden. Die hellen Materialien, vom Kalksteinboden, über Kalkputze bis zu den Holzlamellen verleihen ein Gefühl der unvergleichlichen Ruhe und Reinheit, vielleicht sogar Leichtigkeit. „Wer hier endet, hat das Irdische bereits verlassen.“ S.K.

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