Voller Durchblick
Jugendhaus Falltorstraße in Darmstadt

Einen festen Ort für die offene Kinder- und Jugendarbeit hatte man in Wixhausen, einem Stadtteil im Norden Darmstadts, gesucht und schließlich gefunden: Die ehemalige Turnhalle mit improvisierten Kino in der Falltorstraße hatte die Substanz, es mit Jugendlichen in Bewegung aufzunehmen. Nach rund einjähriger Planungs- und Bauzeit übergab der Darm­städter Architekt Matthias Schrimpf (mit Sarah Kunz) einen Bau, der neben einer teilbaren Sport- und Bewegungshalle eine Cafeteria, einen größeren Gruppenarbeitsraum sowie verschiedene Nebenräume bietet. Die Cafeteria wurde straßenseitig vor die tieferliegenden Halle quergestellt, zum Garten hin wurden die ruhigeren Nebenräume großzügig verglast geöffnet. Der westlich anliegende, das Gebäude begleitende Hof liegt hinter einem grellgrünen Tor und bildet einen geschützten Raum des Ankommens. Die grüne Fläche korrespondiert eigenartig sympathisch mit der schönen, kräfig grauen Schildgiebelfassade des Altbaus aus den Zwanzigern.

Neben einer auffälligen farbigen Gestaltung der Außen- und Innenräume – hier ist unbedingt zu nennen die grafische Interpretation der Ballabdrücke auf den alten verputzten Wänden der Halle – öffneten die Planer den Bau über zahlreiche Fenster auch in den Innenwänden, die Durchblicke von der Straße bis in den Garten ermöglichen. Denn neben dem „Was geht?!“ ist immer auch die Frage „Ist wer da?“ einem möglichen Besuch vorangestellt. Be. K.

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