Rückzug und Rausgehen – Thema im Wohnungsbau „Was ist Gemeinschaft und was ist Individualität? Das ist das, was einen beim Wohnungsbau immer treibt.“

Was für ein Erfolg: Deutscher Städtebaupreis 2016; prämiert mit dem DGNB Preis „Nachhaltiges Bauen“ 2017; Auszeichnung in der Kategorie Partizipation und Planung beim Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2017; Anerkennung beim Deutschen Architekturpreis 2017; Auszeichnung mit dem DAM Preis 2018; Nominiert für den Deutschen Bauherrenpreis 2018 −

und das alles für ein einziges Projekt: die Wohnanlage wagnisART in München von bogevischs buero. Dieses erfolgreiche Büro mussten wir einfach einladen, um mit uns das Heftthema „Wohnen“ zu diskutieren und angemessene Wohnprojekte auszuwählen: bogevischs buero mit seinen Architekten Ritz Ritzer und Rainer Hofmann.
„Wenn man genau hinschaut“, so unsere Gegenüber im Heftpatengespräch, Ritz Ritzer und Rainer Hofmann, „dann machen wir zu 80 % Wohnungsbau. Wir sind irgendwie über zahlreiche Wettbewerbsgewinne in dieses Thema reingerutscht. Der Start war der Wettbewerbsgewinn zu einem Studentenwohnheim auf der Panzerwiese. Dann kam der Wohnungsbau am Felsennelken Anger, ein Bau in eher kleinem Maßstab, bei dem wir viel über Minimierung von Wohnen und über Erschließungsräume nachdachten. Was ist Gemeinschaft und was ist Individualität? Das ist das, was einen beim Wohnungsbau immer treibt. Rückzug und Raus-gehen ist unser Thema im Wohnungsbau. Hier werden die Schwellenräume definiert, um vom Öffentlichen zum Privaten zu kommen. Für uns stand am Anfang die Frage, wo für uns das Feld im Wohnungsbau ist, gerade wenn er über eine Förderrichtlinie, über das Budget, die Barrierefreiheit usw. reglementiert ist? Im öffentlichen Wohnungsbau haben wir für uns den Erschließungsraum entdeckt, in dem wir uns austoben und gerade an der Schnittstelle zwischen Öffentlichem und Privatem was Besonderes anbieten. Wir haben derzeit eine Situation, die sehr kritisch ist, weil der Bedarf an Wohnraum groß ist und die Geschwindigkeit so erhöht wird, dass es ob der hohen Masse kaum noch gelingt, über Qualitäten zu reden. Wir reden eigentlich nur noch über kostengünstiges Bauen, obwohl das Geld da und preiswert ist und endlich wieder investiert wird. Wir müssen dringend in die Qualitätsdiskussion kommen, raus aus dem Basteln und dem „noch billiger“. Wir müssen über Standards reden, vorhandene hinterfragen, aber auch über Diskrepanzen und Unklarheiten. Parallel dazu müssen wir über Inhalte reden. Was muss denn Wohnungsbau überhaupt können, außer, dass da Räume sind, die erschlossen werden, in denen es billig ist zu wohnen? Da ist ein riesiges Delta. Und daher gibt es momentan keine große Auswahl von wirklich gutem Wohnungsbau“.

Am Ende haben wir mit unseren beiden Heftpaten eine Auswahl zum Thema Wohnungsbau getroffen, eine wirklich gute, wie ich finde. Aber man musste schon richtig hinschauen! BF

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