Petition 118228

Man dürfe sich nicht von der Straße treiben lassen, so Lamia Messari-Becker in einem Gespräch, und bezog sich auf die „Fridays for Future“-Bewegung. Nicht, dass die Professorin an der TH Gießen etwas gegen diese Bewegung habe, im Gegenteil. Jedoch sieht sie die Gefahr, dass auf den Druck, der hier auf politische Entscheidungen ausgeübt werde, schnell überreagiert werde.

Nun hatten am 23.11.2020 die Architects for Future (Deutschland) die Petition 118228 aufgesetzt, die sie dem Deutschen Bundestag vortragen wollten. Unter dem Titel „Umfassendes Maßnahmenpaket für ein klima- und sozialverträgliches Bauen“ forderten sie dort u. a. eine klimapositiv produzierende Industrie, Realkosten, die den kompletten Lebenszyklus von Bauprodukten abbilden, Kreislaufwirtschaft, Minimierung von Flächenversieglung etc. (die Petition ist auf DBZ.de nachlesbar). Noch zwei Tage vor der Mitzeichnungsfrist am 8. Januar lagen die InitiatorInnen mit gut 30 000 UnterzeicherInnen weit entfernt von den für ein Quorum notwendigen 50 000. Doch die Netzwerke arbeiteten, am Stichtag waren es 57 476. Die Petition hat nun Zutritt zum Parlament, das auf die Forderungen der Petition reagieren muss.

Mit Blick auf das zögerliche Verhalten der Politik, zugleich aber auch auf die Signale der Bauwirtschaft, bei einer Umstellung der Produktion auf Vorschläge für nachhaltigeres Wirtschaften zu reagieren, kommt der Druck von der Straße wohl genau richtig! Wir bleiben dran. Be. K.

www.architects4future.de,
https://epetitionen.bundestag.de
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