Panasiatische MixturRestaurant GinYuu, Stuttgart

Kent Hahne, erfolgreicher Gastronom und Mitbegründer der Restaurantkette Vapiano, startete Ende 2013 mit GinYuu ein neues Restaurantkonzept. Es übernimmt Elemente der Systemgastronomie, wie das Frontcooking oder das Chipbezahlsystem, die sich bereits bei Vapiano bewährt haben, setzt aber auf eine panasiatisch-pazifische Ausrichtung der Küche und ein Loungekonzept mit Cocktailkarte. Im Oktober 2014 wurde die zweite Filiale im neuen Stuttgarter Einkaufszentrum Milaneo eröffnet. Ziel des Raum- und Lichtkonzeptes für die 360 m² ist es, atmosphärisch dichte Raumsituationen zu erarbeiten, die die Besucher die Einkaufszentrumsumgebung des großen ECE Einkaufscenters
Milaneo vergessen lassen. Die Raumtopografie wird bestimmt durch die gastronomischen Bereiche Empfangstresen, Bar und Küchenzeile. Gegenüber dem Haupteingang ist der Empfangstresen mit darüber schwebendem Lampenhimmel platziert, an dem die Chipkarten ausgegeben werden und wo am Ende bezahlt wird.

Lichtplaner Stefan Hofmann hat schon in einigen Projekten erfolgreich mit den Stuttgarter Innenarchitekten ippolito fleitz zusammengearbeitet, so auch hier. Der Generalunternehmer Keller Messe- und Möbelbau sorgte für den kompletten Innenausbau. Stefan Hofmann setzte seine Lichtplanung im Detail mit einem Elektroinstallateur um.

Küche

Vor der Längswand ist die Kochzeile mit den Frontcooking-Stationen angeordnet. Der bewusst offen einsehbar gestaltete Küchenraum wird mit einer horizontalen und einer vertikalen Beleuchtung in Szene gesetzt. Die vertikale Beleuchtung betont die Wandflächen, die horizontale Belichtung erfolgt über den Kochstationen durch druckvolle LED-Richtstrahler, die in die Dunstabzugshauben eingebaut wurden. Um die LED-Leuchtmittel vor der Hitze zu schützen, wurden sie in eigene Gehäuse und hinter Glas eingebaut. Die LEDs betonen den Rot- und Grünanteil der zubereiteten Speisen.

Restaurant und Bar

Mit einem differenzierten Sitzplatzangebot wird das Raumkonzept dem Cross-Over zwischen Cocktailbar und Systemrestaurant gerecht. Die großvolumigen Pendelleuchten wurden von den Innenarchitekten ausgesucht. Diese Leuchten verfügen in der Mittelachse jeweils über einen opalen Zylinder in dem werkseitig eine diffus abstrahlende Glühlampe vorgesehen ist. Der Lichtplaner ersetzte dieses Leuchtmittel durch eine PAR 20 Lampe mit 30° Ausstrahlwinkel um ein lebendigeres Licht zu erhalten. Die Pendelleuchten vermitteln dem Gast das Gefühl, dass sie für die Helligkeit verantwortlich sind. Dies ist nicht so, denn die Grundbeleuchtung wird additiv durch enggebündeltes Licht (10° Ausstrahlwinkel) aus hochabgeblendeten Richtstrahlern ergänzt, welche möglichst unauffällig in die offene Technikdecke integriert sind. Die großzügige Raumhöhe von 4,40 m ist hierbei sehr hilfreich - Blicke bleiben im Raum hängen und wandern nicht so schnell zur Decke, die durch ihren dunklen Anstrich optisch zurücktritt. Im Zusammenspiel der Richtstrahler mit den aus sich heraus leuchtenden Pendelleuchten entsteht eine Beleuchtung aus einer warmtonigen, diffusen Grundbeleuchtung und einem druckvollen konzentrierten Licht, dessen Mix ein ungeschultes Auge nur bedingt ablesen kann. Alle Lichtkomponenten werden über eine DALI-Steuerung im Verbund mit Tageslichtsensor und Zeitschaltuhr automatisiert kontrolliert. Für den Tag und für den Abend sind verschiedene Lichtszenen programmiert. Am Tag, zur Mittagszeit, wird der Küchenraum intensiv in Szene gesetzt, am Abend rückt die Bar in den Fokus.

Wer es eher zurückgezogen mag, findet in den durch hohe Holzfilter getrennten Separées ein entsprechendes Angebot. Die gespannten Taue vor den Holzwänden in diesem Bereich sind Teil einer Collage panasiatischer Einrichtungsmotive. Mit dem Licht haben sich die Planer darauf konzentriert, all diese Motive und gestalteten Details herauszuarbeiten.

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