Palais de Justice, Caen/FR

Wie man die Bedeutung der Rechtsprechung in eine architektonische Sprache umsetzt, zeigt das Büro baumschlager eberle mit dem Justizgebäude in Caen. Der ursprüngliche Entwurf des Gebäudes ist von Christian Hauvette und wurde von baumschlager eberle überarbeitet. Mit der einfachen, aber präg-nanten Form eines Kubus‘ und dem verglasten Erschließungsbereich im ersten Obergeschoss ist es klar gegliedert. Die Arbeitsräume sind für ihre optimale Belichtung entlang der Fassade positioniert und umgeben das Herz des Gebäudes: ein über alle fünf Geschosse reichendes Atrium. Es ist gleichzeitig Orientierungspunkt und Maßstab für die Dimensionierung des Innenraumes.

Das Gegenstück zum Atrium bildet das erste Obergeschoss, in dem sich die Gerichtssäle befinden. Um das Geschoss und dessen Bedeutung für die Zivilgesellschaft hervorzuheben, ist der Erschließungsbereich verglast, durchbricht die Fassade und dominiert die Gestalt. Diese Öffnung des Volumens symbolisiert auch den Willen zur Transparenz in der Rechtsprechung. Ebenso wichtig: Ein Gebäude, in dem man über Recht und Unrecht entscheidet, sollte der Umwelt nicht schaden. Deswegen ist es energetisch durchdacht und setzt beispielsweise auf erneuerbare Energien. Vivien Bögelsack, Hannover

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