Nur für starke Nerven

Immer wieder steht die Menschheit am Ende von Gewissheiten und immer wieder fragt sie sich: Warum!? Warum ist soviel Armut auf der Welt? Warum werden Kriege geführt? Was motiviert Flüchtlinge und was diejenigen, die sie fürchten?

Manchmal ist hier der Blick auf die institutionalisierten, die routinemäßigen Grausamkeiten unseres noch jungen Jahrtausends hilfreich. Und werden diese Routinen in Grafiken verwandelt, dann erscheint mit einem Mal alles klar: Auf das sich – gefühlt – ausbreitende Chaos reagiert ein feinmaschiges Regulatorium: Es werden Verordnungen, Gesetze, Zäune, Gräben, Security, Soldaten aufgeboten, die Verunsicherung in den Systemen zu minimieren. Dass sie selbst zur Instabilität beitragen ist gewollt, das Regulatorische greift tiefer.

Mit welchen Mitteln, das zeigen die Grafiken und Tabellen in diesem Atlas. Es gibt einen Essay zur Todesstrafe, es gibt Kommentare, Erläuterungstexte. Sie zeigen auf, wie wir die uns eigene Grausamkeit in systematische Routinen übersetzen. Zum Beispiel in Häuser, Straßen und Siedlungen. Nur für Leser mit starken Nerven! Be. K.

Theo Deutinger, Handbook of Tyranny. Mit einem Essay v. Brendan McGetrick. Lars Müller Publishers, Zürich 2018, 164 S., 987 Farb- u.
sw-Abb., 30 €,

ISBN 978-3-03778-534-8

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