Neue Zentrale ThyssenKrupp Quartier von JSWD Architekten und Chaix&Morel et Associés eingeweiht

Seit dem 17. Juni kann man in Essen die neue Zentrale der ThyssenKrupp AG besichtigen. Vor fünf Jahren hatte sich der Konzern für einen baulichen Neuanfang entschieden, und zugleich für die Rückverlegung der Konzernspitze von Düsseldorf an den traditionellen Unternehmenssitz Essen. Ein eigener neuer Stadtteil, das „ThyssenKrupp Quartier“, nimmt nun Verwaltungen und die Konzernspitze des Technologiekonzerns auf. Damit erfüllt sich der Wunsch des Unternehmens, die bisher auf zahlreichen Standorten an Rhein- und Ruhr verteilten Verwaltungen des Technologiekonzerns an einem zentralen Punkt zusammenzuführen. Der Entwurf basiert auf dem Gewinn eines offenen, zweiphasigen Realisierungswettbewerbs, den die Arbeitsgemeinschaft der französischen Architekten Chaix&Morel et Associés mit den Kölner Architekten JSWD im November 2006 aus einer Zahl von 105 Teilnehmern für sich entscheiden konnte.

Ihre städtebauliche Leitidee für das ThyssenKrupp Quartier ist eine orthogonal gegliederte, um einen großzügigen Wasserplatz gelegte Campus-Anlage, die von kleinen Plätzen belebt wird. Die Gebäude und Freiräume lassen in ihrer Anordnung ein ausgewogenes Ganzes aus Natur und Architektur entstehen. Ein Geflecht aus Wegen und Plätzen vernetzt alle Gebäude miteinander und schafft Rückzugs- und Kommunikationsräume. Das Hauptaugenmerk und Herzstück der Anlage ist das Gebäude Q1, das Headquarter als räumlicher Abschluss des Campus mit der lang gestreckten, zentralen Wasserfläche. Wie seine flachen Nachbargebäude ist das Q1 aus L-förmigen Einzelbaukörpern zusammengesetzt, die ineinander verschränkt ein zentrales Atrium umschließen und den baulichen Rahmen für zwei große Landschaftsfenster bilden. Damit diese so transparent wie möglich wirken, bestehen die 28 m hohen Öffnungen aus einer zweiachsig vorgespannten Seilfassade mit punktgehaltenen Glasscheiben von jeweils 2,15 m Breite und 3,60 m Höhe. Für die Stahl-Glas-Fassade der Bürogeschosse haben die Planer eigens eine zweite Haut aus beweglichen Edelstahllamellen als Sonnenschutz entwickelt. Dass es sich dabei um Edelstahlprodukte des Konzerns handelt, versteht sich von selbst. S.K.

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