Madaster: Kataster für ­Materialien gegründet

Als wir im Juni vergangenen Jahres mit Dr. Peter Mösle, einem der Partner bei Drees & Sommer und Geschäftsführer der EPEA – Part of Drees & Sommer, über Cradle to Cradle sprachen, wies er auf eine Plattformlösung „wie Madaster“ hin, auf der man „weltweit ein Materialkataster aufbaut, über das ich erkennen kann, wo welche Materialien eingesetzt sind und welche davon wie verwertet werden können.“ Jetzt wurde kommuniziert, dass auch in Deutschland ein Madaster, ein Kataster für Materialien gegründet wurde. Ursprünglich kommt die Plattform aus den Niederlanden. Vorläufer sind sogenannte „Harvest Maps“, ebenfalls von den Nachbarn erfunden, über die wir schon vor ziemlich genau 10 Jahren im Zusammenhang mit Projekten von 2012Architecten („Villa Welpeloo“ in Enschede) berichteten (DBZ 12 | 2011).

Madaster ist eine globales Kataster für Materialien, Gebäude und Infrastrukturen. Das Dokumentieren, Registrieren und Archivieren von Materialien in Gebäuden erleichtert die Wiederverwendung von Materialien, fördert intelligentes Design und vermeidet Abfall. In den Niederlanden sind bereits rund 2 000 Gebäude registriert.

Madaster bietet ImmobilieneigentümerInnen und anderen StakeholderInnen die Möglichkeit, Daten ihrer Immobilien zu speichern, zu verwalten, anzureichern und auszutauschen. Madaster ermöglicht es, einen webbasierten Material-Gebäudepass anzufertigen. Dieser enthält Informationen über Qualität, Herkunft und Lage von Materialien und gibt Einblick in den materiellen, zirkulären und finanziellen Rohstoff-Restwert eines Gebäudes. Damit lassen sich Gebäude und Infrastrukturen als Rohstoffdepots organisieren und die zusätzlichen Rohstoff-Restwerte managen und für die Bilanzierungen nach HGB oder anderem nutzen. Des Weiteren unterstützt Madaster die Verwaltung und die Veräußerung von Immobilien und die Wiederverwendung von Materialien und Produkten. Die Plattform gibt es schon länger in den Niederlanden, jetzt auch in der Schweiz, Norwegen und nun auch in Deutschland. Die GründerInnen sind Drees & Sommer, Interboden, Edge Deutschland, ASSIDUUS Development, Commerz Real, Kondor Wessels und Arup.

www.madaster.de
x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2020-06

„Ob Cradle to Cradle am Ende die Welt retten kann?“

Eigentlich startete das hier beschriebene Thema mit einer Recherche zu etwas ganz anderem: Wir wollten wissen, welche Industriepartner wesentlich an der Realisierung der „experimenta“ in Heilbronn...

mehr
Ausgabe 2020-03

Cradle-to-Cradle Silberzertifizierung für Fliesen

Laut Hersteller verfügt Mosa für fast alle seiner Wand- und Bodenfliesen über Cradle-to-Cradle Silberzertifikate. Der Hersteller nimmt bereits seit sieben Jahren Schnittreste von Fliesen zurück....

mehr
Ausgabe 2018-05

Nachhaltige Beleuchtung

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft nimmt weiter zu. Hauptgrund ist neben dem hohen Abfallaufkommen vor allem die Rohstoffknappheit. Einen zukunftsträchtigen Weg bildet die Circular...

mehr

„Ob Cradle to Cradle am Ende die Welt retten kann? Ich weiß es nicht.“

Die DBZ im Gespräch mit Dr. Peter Mösle Partner bei Drees & Sommer und Geschäftsführer der EPEA GmbH

Drees & Sommer, lieber Peter Mösle, ist ein großes, stark vernetztes Planungs- und Beratungsbüro, in Deutschland und weltweit. Sie haben sich jetzt mit dem Teilzukauf von EPEA das Cradle to Cradle...

mehr
Ausgabe 2020-06

Akustikplatten Cradle-to-Cradle

Im neuen Wissenszentrum C2C LAB in Berlin wurden Akustikplatten von Troldtekt an den Decken und Wänden der Konferenzräume eingesetzt. Das 400?m² große C2C LAB wurde 2019 saniert. Alle verwendeten...

mehr