Liebe Leserinnen und Leser,

wie in jedem Januar, wie in jedem Jahresbeginnerheft der DBZ, eine Zukunftsausgabe, ein Leseheft mit Bildern, eine Reise durch die Köpfe derjenigen, die über das Bauen in Zukunft nachdenken und die das mit uns, mit Ihnen teilen. Eingeladen haben wir wieder einmal die PlanerInnenzunft, die Industrie, Verbände und Vereine, AutorInnen aller Couleur, die ihren Blick auf unser Thema „Zukunft bauen“ schärften, über Materialien geschrieben und mit uns gesprochen haben, über Kreisläufe, Erfindungen und Anforderungen, über Politik- und Kulturfragen, Gesellschaftsrelevantes und Technologien, über das Werthaltige und Nachhaltige und viele weitere Themenfelder.

Zukunft steht wohl in jedem Augenblick an. Doch anders als noch im vergangenen Jahrhundert, das wie keines davor so voller (beglückender wie angstmachender) Zukunftsvisionen war, die aber immer auch etwas Romanhaftes, unwirklich Fernes hatten, scheinen sich diese Visionen gerade in Wirklichkeit zu verwandeln. Die Zukunft ist angekommen, so paradox das auch klingen mag. Und so gegenwärtig, wie sie ist, kann  auch unser Blick auf das Kommende genauer sein als je, können wir endlich unser „Machen wir morgen“ in ein „Machen wir jetzt“ umformulieren; denn die Ungewissheit, ob handeln, gibt es nicht mehr und damit sind wir alle gefordert.

Was also machen in der Zukunft, die schon gestartet ist? Nachhaltiger in allem werden, das sowieso. Das Bauen als Ressourcen- und Energieverbrauch erkennen. Vorhandene Ressourcen (Bestand!) als Herausforderung und Glücksfall nutzen, auf das Handwerkliche achten, Künstliche Intelligenz nicht fürchten, sondern verstehen. Mehr auf die Jüngeren hören und: Mehr lesen! Zeit nehmen, zurücktreten, Standpunkte überprüfen, Verantwortung annehmen. Und: In diesem Heft lesen, denn vieles von dem, was wir hier für Sie versammelt haben, kann das oben angesprochene „Machen in der Zukunft“ bewerten und initialisieren helfen.

Wir haben unseren Blick auf die Zukunft, die wir mit Ihnen zusammen bauen, in drei größere Kapitel untergliedert: Politik & Gesellschaft, Bau-typologien & Materialien sowie Digitalisierung & Strategie. In diesen drei Kategorien unserer Betrachtungen spiegeln sich die wesentlichen Themen, die uns umtreiben und die Grundlage sind für Ihr alltägliches Geschäft. Denn nichts wäre fataler als Fatalismus, der sich aus Unwissenheit speist oder der Gleichgültigkeit gegenüber Entwicklungen, die das Klima beeinflussen, der weltweiten Migration, dem Ressourcenmangel, der globalen Vernetzung von Produktion und Handel und nicht zuletzt der Zukunft unser Kinder. Zukunftsvisionen – seien sie technologischer, kultureller, gesellschaftlicher oder baumeisterlicher Art – die hatten wir im vergangenen Jahrhundert. Jetzt geht es daran, diese vorausschauend anzupacken, ihnen Form und Inhalt zu geben.

Ist es eine Überforderung, als PlanerInnen die Welt zu retten? Vielleicht. Aber andererseits: Wollen Sie, dass man Sie unterfordert? Einen guten Start in die Zukunft wünscht Ihnen und grüßt Sie herzlich,

Ihr

Benedikt Kraft

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