Landleben oder Stadtleben oder ...

Alle wollen in der Stadt wohnen. Sagt man. Urbanität ist ein Trend, so wie das Wohnen auf dem Land auch mal einer war. Damals gab es die Stadtflucht, das Urbane stand für Hektik, schlechte Luft, Enge, Lärm und ein insgesamt ungesundes Biotop. Dann wollten alle in der Stadt wohnen. Gerne im Hochhaus oder in der Stadtvilla mit Binnenblocklage auf revitalisierten Flächen.

Der Zuzug in die (attraktiven) Städte ist ungebrochen, das Schrumpfen der Mittel- und Kleinstädte über alles gesehen ebenfalls. Dennoch scheint der Drang ins Städtische mit einer Sehnsucht nach Glück vereint zu sein, das wir immer schon in der (heilen) Natur gesucht haben. Dieser so melancholisch begleitete Drang wird zudem vom Wunsch nach dem Geborgensein in der Übersichtlichkeit der Vergangenheit prothetisch in Gang gehalten: Die neuen alten kleinen Altstadtgassen im großen Urbanen erleichtern dem Urbanisten den Aufenthalt in seiner großen, unwirtlichen Stadt. Dass es diese Landsehnsucht gibt, zeigt möglicherweise der Baukulturbericht 2016/17 zum Thema Stadt und Land, der von der Bundesstiftung Baukultur im Frühsommer 2016 dem Bundeskabinett vorgelegt wird. Der enthält unter anderem auch die Auswertung einer Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut Ipsos vom Oktober 2015. Hier wurde die bevorzugte Wohngegend abgefragt – unabhängig von der finanziellen Situation oder anderen Rahmenbedingungen der Befragten. 45 % würden danach eine ländliche Gemeinde wählen, jeder Dritte (33 %) würde sich für eine Klein- oder Mittelstadt entscheiden und nur jeder Fünfte (21 %) für eine Großstadt. Ein Ergebnis, das bei der Planung von Städten ab sofort berücksichtigt werden sollte. Be. K.

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