Kunsthalle Hamburg wiedereröffnet

Zentral gelegen, aber doch irgendwie im Abseits: Die Kunsthalle in Hamburg hat keinen leichten Stand(ort). Eingeschlossen von verkehrsreichen Straßen, auf steilwandigen Sockeln in den Himmel gehoben, thront der Museumskomplex – denn als solchen muss man das Ensemble aus drei ganz eigenen Volumen wohl bezeichnen – ziemlich abgehoben neben dem Hauptbahnhof.

Es sollte also die anstehende Sanierung genutzt werden, um die Kunsthalle wieder stärker im Stadtraum zu verankern. Dabei war die Leitidee des Modernisierungsprojekts die Neuerschließung der Kunst durch den seit 100 Jahren ungenutzten Haupteingang am Gründungsbau vis-à-vis der Alster. Eine neue Freitreppe vor der wieder freigelegten Loggia von 1869 bildet nun ein architektonisches Gegengewicht zum Plateau der Galerie der Gegenwart. Freigelegt wurde auch der historische Terrazzo-Boden, der über viele Jahrzehnte unter Linoleum verborgen war. Ein neues Leitsystem erschließt die schwer überschaubare Ausstellungslandschaft, Barrierefreiheit erlaubt jetzt den Besuch für alle.

Zukünftig werden der Gründungsbau von 1869 (Georg Theodor Schirrmacher und Hermann von der Hude) mit dem Erweiterungsbau aus hellem Muschelkalkstein von 1919 (Fritz Schumacher nach Konzepten von Albert Erbe und Alfred Lichtwark) als „Lichtwark-Galerie“ mit der „Galerie der Gegenwart“ (Oswalt Mathias Ungers) die Kunsthalle bilden.

Modernste LED-Beleuchtungstechnik, eine neue Lüftungs-, Rauchabzugs- und Klimatechnik sowie Sicherheitsbeleuchtung, Alarm­anlage, Brandmeldeanlage etc. bilden mit neuen Bodenbelägen und Wandoberflächen das Spektrum der Sanierungsarbeiten ab. So wurden beispielsweise die stoffbespannten Wände durch Wandpaneele mit integrierter Luftzirkulation ersetzt. Die Umorganisation der Nutzungen und Flächenzuschreibungen ergab rund 5 000 m² Ausstellungsfläche plus.

Finanziert wurde die Sanierung u. a. durch die Dorit & Alexander Otto-Stiftung, die von den 22 Mio. € 15 Mio. € als Sachspende für Planungs- und Bauleistungen beisteuerte. „Planungsleistung“ meint hier, dass die Planungsabteilung der ECE gemeinsam mit der Hamburger Kunsthalle und den zuständigen Behörden das Sanierungskonzept entwickelt hat. Ebenso hat die ECE das Projektmanagement übernommen. Für die architektonische Gestaltung ist das Hamburger Architekturbüro LH-Architekten zusammen mit den ECE-Architekten verantwortlich.

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