Inhabergeführt lebt kürzer
Wie man sich gegen die Auflösung eines Traditionsbüros rüsten kann

Gibt es noch ein großes Büro auf der Welt, das seit seiner Gründung unter seinem Grün­derlabel geführt wird? Eines der international bekanntesten Büros hat der Gewissheit, dass inhabergeführte Architekturbüros nach dem Ausscheiden der Gründer innerhalb kurzer Zeit von der Bildfläche verschwinden, eine verlässliche Strategie entgegengesetzt: Vielleicht noch rund 15 Jahre vom Ruhestand entfernt, haben die Gründer des Büros Herzog & de Meuron, Basel, eine auf den ersten Blick komplizierte Firmenstruktur konzipiert. Wie die Basler Zeitung berichtete, wurden in dem drei Jahre lang vorbereiteten Projekt jetzt diese Firmen gegründet: Die Herzog & de Meuron Basel Ltd. und die Herzog & de Meuron Architekten AG. Darüber steht die Herzog & de Meuron Rheinschanze AG, die als Zwischenholding fungiert, an der sich nur im Büro aktive Architekten beteiligen können. Die Gründer, die langfristig die Mehrheit behalten wollen, haben darüber zwei weitere, verschachtelte Holdinggesellschaf­ten gespannt; die Herzog & de Meuron Holding AG sowie die Herzog & de Meuron JP AG. Über letztere werden ausschließlich die Bürobeteiligungen gehalten.
Die Umbaupläne, die nach HdM auch die Arbeitsplätze von derzeit rund 330 Mitarbeitern sichern sollen, deuten, so das Büro, nicht auf eine schlechte Auftragslage, ganz im Gegenteil. Und: Weil sie relativ wenige Projekte von Finanzinvestoren betreuen, wäre das Auftragsvolumen kalkulierbarer. Privatinvestoren oder die öffentliche Hand, die bei Herzog & de Meuron zu den Großauftraggebern gehören, würden unabhängiger von der lokal/globalen Wirtschaftslage investieren.
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