Hochglanzshow

Dieser erste Band und eigentlich letzte der auf drei Bände angelegten, großformatigen Gesamtausgabe von Frank Lloyd Wrights Arbeiten zeigt uns hunderte von Projekten und Projektstudien, er lässt uns auf und in Villen, öffentliche Gebäude, Landschaften oder Städte schauen, Möbelentwürfe werden gezeigt, sämtlich in ihrer für Wright und sein Studio typischen, bunt kollorierten Zeichnung. Die weltbekannten Arbeiten werden mit mehreren Seiten gewürdigt, andere erhalten weniger als die Hälfte der Querformate. Die Texte sind knapp gehalten, beeindruckend immer noch die Fotos von Ezra Stoller, auch die sw-Porträts, die Wright wie einen Staatsmann staatsmännisch zeigen: „FLW beim Anspitzen eines Bleistiftes in seinem Büro in Taliesin West“; zum Beispiel.

Der Nachteil einer Arbeit, die Vollständigkeit in einem in Gänze auch redundanten Werk anstrebt, liegt auf der Hand: Das erste Staunen und Hineinlesen weicht mehr und mehr einem Überfliegen, Überblättern ... allein Lesedisziplin kann hier wachhalten.

Also haben wir es mit einem Katalog Raisonnee zu tun? Nein, und man wünscht sich, dass in den ausstehenden Bänden auch das schriftliche Werk berücksichtigt werde. Denn nicht nur aber auch die zahlreich kolportierten Geschichten des bewegten Architektenlebens wären Stromschnellen in einem Gewässer, das mit seinem mählichen Fließen dem FLW viel von seinem Glanz nähme.

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