Gipfelrestaurant Nebelhorn, Oberstdorf

Die Vorarlberger Architekten Hermann Kaufmann ZT fanden auf dem Gipfel massive Reste einer ehemaligen Seilbahnstation und ein Gasthaus vor, das keine Blickbeziehungen vom Tal aus auf das Nebelhorn zuließ und den Anforderungen an den modernen Tourismus nicht mehr gerecht wurde. Um das Naturerlebnis aufzuwerten, rückten die Architekten das neue Restaurant von der Station ab und reduzierten das Bauvolumen auf der Erdgeschossebene. Die organische Form des Neubaus umschließt erhaltenswerte Teile des Bestandes und fügt diese in die Topographie ein. Über einen kleinen Pavillon mit Aussichtsterrasse, der zudem eine Bar mit Bistro beinhaltet, betreten die Gäste das Gebäude. Der komplett verglaste Restaurantbereich, der sich im Untergeschoss befindet, ist von einer großzügigen Terrasse umgeben. Umlaufende, gläserne Brüstungsbänder verbinden das Gipfelrestaurant und die Terrassenbauwerke zu einer gestalterischen Einheit. Auf einem barrierefreien Steig, einer 100 m langen Stahlkonstruktion mit Gitterrosten, kann der komplette Gipfelbereich umrundet werden. Er bietet freie Sicht auf die Gipfel und eröffnet den Blick in 600 m Tiefe.

Die Baumaterialien wurden überwiegend per Hubschrauber von der Mittelstation auf über 2 200 m Höhe eingeflogen. Für den Transportbeton für Bodenplatten, hangseitige Stützwände, zwei Aufzugschächte und die Fundamente des Nordwandsteigs verzögerte der Betonproduzent das Abbinden des Betons durch eine spezielle Rezeptur auf bis zu sechs Stunden, um die Transportzeit zu überbrückenHeidelbergCement AGwww.heidelbergcement.de
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