Die Wirkung des Sockels. Heute

Das Münchener Architekturbüro Hild und K ist ein ständig forschendes. Die Partner, die nun das hier besprochene Buch verantworten, schauen ständig auf das, was man Möglichkeiten nennt; auf die Gestaltung des – jedenfalls einstmals – nötigen WDVS, für dessen undogmatische Betrachtung und Verwendung Hild und K lange eintraten.

Nun haben sie den Sockel des Gebauten ins Visier genommen, jedenfalls einer der drei Partner, und das Ergebnis dieser jüngsten Forschungsreise im renomierten Gebr. Mann Verlag veröffentlicht. Ein schmales, „oblonges“ Format, schon der Einband deutet das Thema an: Unten ist anders als oben. Aber was ist oben? Gehört der Sockel nicht zum Oberbau, weil er ein wesentlicher Teil der ganzen Gestaltung ist?

Das Buch nun geht systematisch vor, schaut in die Baugeschichte, sammelt über hier so genannten
„Typenblättern“ über viele Seiten hinweg verschiedene Sockelkonstruktionen/-gestaltungen/
-verständnisse und endet natürlich dort, wo die eigene Baupraxis ist. Was ja nicht schlecht ist; beim WDVS haben die Architekten ähnliches gemacht/versucht.

Der Sockel, ein immer wieder unterschätztes Bauteil/Gestaltungselement, findet hier seine Fürsprecher; jedenfalls in dem Sinn, dass das Bauen als eine ganzheitliche Angelegenheit verteidigt und anschaulich gemacht wird. Ob man dem in allem folgen mag, ist eine andere Sache; gestalterisch wie praxis-
nah brauchbar ist diese Arbeit in jedem Fall. Mehr Sockel! möchte man nach dieser Lektüre allen zurufen. Be. K.

Matthias Haber, Der Sockel. Architektur – Wirkung – Wiederbelebung. Hrsg. v. Hild und K. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2021, 152 S.49 €, ISBN 978-3-7861-2862-5
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