Alessi
Die Geschichte einer Designschmiede in Italien

Alesandro Mendini arbeitet seit Ende der 1970er Jahre eng mit dem Unternehmer Alberto Alessi zusammen. Alessi beschreibt die jahrzehntelange Zusammenarbeit wie „eine Beziehung, die an die von Peter Behrens mit der AEG erinnert“. Nun hat der Entwerfer, Architekt und Theoretiker Mendini für die Neue Sammlung der Münchner Pinakothek der Moderne einen Rückblick auf die letzten 30 Jahre italienischen Designs mit besonderem Focus auf Alessi gestaltet. In dieser Zeit wandelte sich das Unternehmen von einem kleinen metallverarbeitenden Betrieb zur weltweit agierenden Ideenfabrik. Mit seinen Produkten, und vor allem auch durch seine stilprägenden Ideen und Aktionen schrieb die Firma europäische Designgeschichte. Ihre Designtradition, die vom berühmten Tee- und Kaffeeservice »Bombé« aus der unmittelbaren Nach­kriegs­zeit über das »Bel Design« der 1950er und 1960er Jahre und die Postmoderne bis zum Pluralismus der jüngsten Zeit reicht, bindet Mendini in kritischer Reflexion in sein Ausstellungskonzept ein und wirft damit zugleich ein Schlaglicht auf die Entwicklung ­des Designs in Italien.  So nutzt er einen der beiden acht Meter hohen Paternoster im Ausstellungsraum der Neuen Sammlung als ­umlaufende Bühne für Projekte wie »Tea & Coffee Piazza« (1983) oder »Tea & Coffee Towers« (2003), in denen internationale Architekten eine klassische Designaufgabe gestalteten. Im anderen Paternoster rollieren wie in einem Perpetuum Mobile die Autorenvasen aus dem 1992 von Mendini entwickelten Metaprojekt 100 % Make Up. In der bis zum 19. September 2010 dauernden Ausstellung wird die Geschichte der Familie Alessi als geistiger Motor des Unternehmens ebenso dargestellt wie Produktionsprozesse und ihr Wandel im Laufe der Zeit. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. S.K.

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