Bestand verstehen
Den Bestand für eine veränderte Nutzung zu aktivieren, erfordert auch, gelernte Prozesse im Planen und Handeln aller Beteiligten zu hinterfragen und in eine neue Praxis zu überführen. Ein Diskursbeitrag anhand von Fallbeispielen.
Anatomie Würzburg: Der große Hörsaal soll nach Aussage des Landesamts für Denkmalpflege möglichst im Originalzustand erhalten bleiben. Der Ausbau des schadstoffbelasteten Estrichs hat jedoch dazu geführt, dass das Hörsaalgestühl aus- und wiedereingebaut bzw. zum großen Teil erneuert werden musste
Foto: Schnepp Renou
Transformationen grenzen sich entscheidend zu den beiden klassischen Planungsformen Neubau und Sanierung ab: Die Planung eines Neubaus konzentriert sich meist auf die optimale Erfüllung der geplanten Funktionsziele, während sich die Planung bei Sanierungen auf die Erneuerung der Bauteile unter Beibehaltung der Funktionen konzentriert. Die beiden klassischen Planungsformen können sich, aufgrund des eindeutigen Fokus auf ein Soll, linear dem Ziel nähern. Die im Leistungsbild der HOAI genannten Planungsphasen – wenn auch zunehmend überlagert – bilden diesen Planungsablauf ab.
Bei Transformationen hingegen ist das Gebäude bereits vorhanden, es erfüllt seine Funktion aber nicht mehr oder seine Funktion ist nicht mehr gesellschaftlich relevant. Dann stellt sich die Frage, welchen Zweck der Bestand erfüllt, außer den Standort zu besetzen und die Ressourcen zu binden. Und welcher gesellschaftliche Mehrwert besteht und ob dieser eine aufwendige Beschäftigung mit der Substanz und zeitraubende Beteiligungsverfahren rechtfertigt. Allein diese Punkte zeigen deutlich: Der klassische Planungsprozess kann keine Antworten geben.
Planungsprozess Phase 0
Anatomie Würzburg: Im Eckrisalit werden die Decken über fünf Ebenen abgebrochen und erneuert. Das bestehende Gewölbe bleibt gemäß den Auflagen der Denkmalpflege erhalten
Foto: Schnepp Renou
Ist jeder Transformationsprozess individuell zu betrachten oder braucht es nicht vielmehr – aufgrund des immer relevanter werdenden Anteils an Transformationen – eine Idee für einen zweiten etablierten Prozess?
Die dem klassischen Planungsprozess vorgeschalteten Leistungen, wie z. B. Bedarfsplanung und Bestandsaufnahme, basieren auf bereits konkreten Vorstellungen zum Ziel der Planung und dessen Wert. Erfahrungsgemäß beginnen die meisten Transformationsprojekte mit ebendieser Frage zur Verwertbarkeit des Gebäudes. Diese reine Fokussierung auf den Wert ist Ausdruck des enormen ökonomischen Verwertungsdrucks unserer Gesellschaft. Hier benötigt es dringend einen Paradigmenwechsel im Denken und Handeln der Akteure auf allen Ebenen.
Neben den bereits gebundenen Ressourcen innerhalb der Bausubstanz ist der für die Gesellschaft entscheidende, identitätsstiftende Wert aller gebauter Umwelt anzunehmen und wertzuschätzen. Bestehende Gebäude von Überformungen zu befreien, um ein Erkennen der Identität überhaupt zu ermöglichen, sollte dem Planungsprozess von Transformationen vorangestellt werden. Die Anzahl der Zeitschichten und konstruktiven Überformungen, die Schäden und vorhandene Schadstoffe sind vor jeder gestalterischen Planungsphase zu erkunden bzw. zu beseitigen. Erst nach dem Freilegen der noch konstruktiv nutzbaren Substanz sollte gestalterisch agiert werden.
Vorangestellte Planungs- und Ausführungsphasen (Rückbau) sind weder finanziell noch terminlich zusätzliche Belastungen für das Projekt. Was als „Unterbrechungen“ im klassischen Planungsprozess zu werten wäre, sind bei einer Transformation notwendige „Erkundungspausen“ zum Lesen und Erkennen der Strukturen, Raum- und Lichtabfolgen und der Materialwirkungen. Sie sind keine Kostentreiber, sondern wichtige Phasen, in denen erkennbar wird, ob die Bestellung des Auftraggebers hinterfragt werden muss oder sich unerwartete Synergien zwischen Planungsziel und bestehenden Strukturen erreichen lassen. Ohnehin stellt sich die Frage: Sollte es bei Transformationsprojekten überhaupt schon vor der Erkundungsphase Ideen zu zukünftigen Nutzungen geben?
Die Gebäude sind nicht mehr aktiv in Funktion, weil ihre meist monothematische Ausrichtung dem Wandel der Gesellschaft nicht standhalten konnte. Wäre es ihnen nicht zu gönnen, erst den Kern ihrer Identität freizulegen, bevor ihnen eine neue Funktion zugedacht wird? Ist es nicht arrogant, aus der Perspektive unserer Zeit wieder monothematisch über konkrete Funktionen und Nutzungen nachzudenken? Neue Funktionen in bestehende Gebäude einzubringen, kann zu unverhältnismäßigen Umbaumaßnahmen führen, selbst wenn der Kern der Identität erhalten bleiben kann.
Transformationsprojekte sind als Chance zu begreifen, flexibel nutzbare Räume auf Basis des bereits Vorhandenen zu ermöglichen und deren Stärken und Qualitäten als Wert an sich stehen zu lassen. Selten gelingt der Erhalt von Räumen ohne eine neue vermarktbare oder verwertbare Funktion, der zulässt, dass künftige Nutzer den Raum nach Bedarf einnehmen können, da finanzielle Zwänge oder die Interessen des Auftraggebers dem häufig entgegenstehen. Sicher ist, dass etablierte Finanzierungs-, Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozesse nicht den richtigen Rahmen schaffen, um Transformationsprojekte effizient, wirtschaftlich und mit kalkulierbaren Risiken abzuwickeln.
Out of the Box
Die Gefahr von einfachen Lösungen ist auch bei Transformationsprojekten greifbar nah: „Gewerbe zu Wohnen“ und ähnliche Kampagnen, die versuchen, zwei aktuelle Herausforderungen gegeneinander aufzulösen, wollen zwar das Richtige, versperren aber mit ihrer Eindimensionalität den Blick für zukunftsfähige flexible Lösungen. Monothematische Umbauten schaffen die Leerstände von morgen.
Quelle-Areal – Ringen um die Vielfalt
Zukunftsfähige Transformationen gelingen, wenn eingeübte Denkprozesse und Zusammenhänge aufgebrochen werden. Hätte beim Ringen um die Transformation des Quelle-Areals in Nürnberg (s. S. 22 ff.) die erste Lösung bei allen Beteiligten Zustimmung und finanzielle Unterstützung gefunden, wären wir heute nicht auf dem Weg zu einem lebendigen Stadtviertel mit bunter Nutzungsmischung von Wohnen bis zum Sozialamt.
Die ersten Machbarkeitsstudien zwischen 2012 und 2014 sahen die Entwicklung eines Einkaufzentrums mit einem internationalen Großinvestor vor. Vermutlich würden wir heute bereits erneut den Leerstand betrachten – die Prognosen zum Onlinehandel lassen kaum ein anderes Ergebnis zu. Der unermüdliche Zuspruch der Stadt Nürnberg zum Erhalt der Identität und für die Vision eines lebendigen Stadtquartiers haben sich durchgesetzt und zu dem Projekt geführt, wie es heute umgesetzt wird.
Anatomisches Institut Würzburg – Ringen um die Substanz
Anatomie Würzburg: Temporäre zweigeschosshohe Stahlstützen in der Rotunde nehmen die Lasten der Bestandsdecke in der darüberliegenden Ebene auf, während die Decke für die darüberliegende Ebene neu erstellt wurde
Foto: Schnepp Renou
Das ehemalige Luitpold-Krankenhaus, 1912 bis 1921 erbaut, ist seit Langem der bauzeitlichen Nutzung enthoben, aber weiterhin ein wichtiger Baustein des Universitätsklinikums Würzburg. Während der nördliche Teil der Dreiflügelanlage mit radikalen Mitteln bereits vor mehr als zehn Jahren von Gerber Architekten umgebaut wurde, steht beim Umbau des westlichen und südlichen Flügels, den ksg realisiert, der Substanzerhalt im Mittelpunkt.
Am nördlichen Flügel hatte man zuvor eine Strategie verfolgt, die die vollumfängliche Entkernung der Bausubstanz und den Erhalt der außen einsehbaren Fassade vorsah. So konnten die durch die Nutzung bedingten hohen Anforderungen an die Bauteile ohne große Sonderlösungen umgesetzt werden. Der eingeschobene Neubau und die wenigen erhaltenen Bestandsbauteile verschmelzen. Bei der laufenden Transformation des westlichen und südlichen Flügels des ehemaligen Krankenhauses zum Anatomischen Institut Würzburg hingegen stellten Bauherr und Denkmalpflege nach der vorherigen Erfahrung den maximal möglichen Substanzerhalt in den Vordergrund der Aufgabenstellung.
Besondere Herausforderungen im Umgang mit der bestehenden Bausubstanz stellen die technischen Anforderungen an den Bau eines Anatomischen Instituts – ohne Abstriche bei der Modernität der Forschungsbedingungen und der zeitgemäßen und zukunftsfähigen Lehr- und Lernumgebung – dar. In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege bleibt die Fassade unangetastet. Die besonderen Räume, wie das historische Treppenhaus und der Hörsaal in der Rotunde, werden saniert und in ihrer ursprünglichen Funktion aufgewertet.
Mit dem Ziel, möglichst viel Bausubstanz zu erhalten, werden – wo immer möglich – auch die Decken und Wände erhalten und die Räume lediglich von Überformungen seit der Erbauung befreit. Da ein Anatomisches Institut aufwendige Lüftungstechnik in den Räumen zur Lagerung und Präparierung von Körperspenden verlangt, bedarf es präzise gesetzter Öffnungen für die Installationen. Umfassende statische Ertüchtigungen sind nötig, um die Öffnungen herzustellen und die neuen Installationen und Punktlasten der technischen und nutzerspezifischen Anlagen zu tragen.
Das Staatliche Bauamt Würzburg ist – als Bauherr der Öffentlichen Hand – an alle damit verbundenen Rechte und Pflichten gebunden. Die reglementierten Vergabe-, Mittelbeschaffungs- und Projektabwicklungsprozesse sind nicht bindend und erhöhen die Anforderungen an die Transformationsaufgabe zusätzlich. So wird das Ringen um die Substanz komplexer, je weiter das Projekt voranschreitet. Was während der Entwurfsplanung auf dem Papier schlüssig und fachlich richtig war, kann mit jedem Tag Bautätigkeit nichtig werden, weil an vielen Stellen die Qualität und heterogene Beschaffenheit der Bausubstanz deren Umsetzung nicht zulässt. Die Substanz gibt ihr Inneres und damit ihre Bereitschaft zur Transformation erst preis, wenn sie klar erkennbar von allen Überformungen und Oberflächen befreit ist. Wo dieser Schritt fehlt, werden kleine, spontane, auf der Baustelle zu entscheidende Änderungen jederzeit ebenso notwendig, wie Unterbrechungen ganzer Bauabschnitte oder Gewerke, um mit Umplanungen auf die neuen Erkenntnisse zu reagieren – spannend, aber auch zermürbend für alle Beteiligten. Die Frage, ob ein anderes Konzept von Beginn an sinnvoller gewesen wäre, stellt sich selbstverständlich oft, da die enormen Mehrkosten begründet werden wollen.
Es bleibt eine schwierige Abwägung, ob der enorme planerische und monetäre Aufwand und der Mehrwert, den die Fragmente der Bausubstanz mit sich bringen, im Verhältnis stehen. Zumal die mühsam erhaltene historische Substanz an Decken und Wänden mit Abhangdecken bestückt oder neu verputzt sein wird.
Ist es also möglich, früher oder besser zu erkennen, welche Unwägbarkeiten die Substanz im Kern für uns bereithält?
Umfassende Vermessungen und Bauteilerkundungen im Zuge der Grundlagenermittlung oder begleitend zur Vorplanung können immer nur die Gegenwart abbilden, Aufschlüsse von Bauteilen immer nur eine Aussage über genau diese eine Stelle vermitteln. Der klassische, auf den Neubau ausgerichtete Ablauf „Erst Planen, dann Sichern der Finanzierung, dann Ausschreiben, dann Bauen“ bietet jedenfalls keinen großen Spielraum weder für öffentliche Bauherren noch für Planer oder ausführende Firmen.
Umbau Strafvollzugsanstalt zur Staatanwaltschaft Leipzig – Ringen um die Akzeptanz
Justizzentrum Leipzig: Blick in die neu geschaffene Erschließungsachse der ehemaligen Zellen, in denen sich die neue Bibliothek befindet
Foto: HG Esch
Bei der Transformation der ehemaligen Strafvollzugsanstalt zur Staatsanwaltschaft Leipzig stellten sich noch früh im Transformationsprozess Fragen zu den Möglichkeiten der Substanz. Der Standort des Gefängnisbaus von 1906 im selben Gründerzeitblock des Amtsgerichts legte die Zusammenführung zu einem Justizzentrum nahe.
Nach dem Entscheid über die Nutzung als Strafvollzugsanstalt wurde in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege eine Machbarkeitsstudie verabschiedet, die sowohl den Erhalt und die Sanierung der ortsprägenden Blockrandstrukturen absichern soll – als auch, im Sinne der Attraktivität der grünen Wohnlage, das Blockinnere von zahlreichen Nebengebäuden und Gefängnisflügeln befreit. Dennoch war es räumlich herausfordernd, die Bauteile der ehemaligen Strafvollzugsanstalt zu erhalten und sie in der Ergänzung mit einem Verbindungsneubau zur heutigen Staatsanwaltschaft umzubauen.
Auf der südlichen Seite des Blocks liegt die ehemalige Gefängnisverwaltung, in der die bestehenden Büros saniert und weiter für die Verwaltung genutzt werden konnten. Ein zwischen den Büros in den Obergeschossen angeordneter, ehemaliger Betsaal war bereits durch die Nutzung als Sporthalle überformt und konnte bedenkenlos zu einer zweigeschossigen Halle mit angeschlossenen Büros umgebaut werden. Schwieriger war die Frage, wie mit den ehemaligen Gefängniszellen des Frauentrakts sowie der angeschlossenen Treppenhalle umgegangen werden sollte. Das Raumprogramm sah außer Büroräumen lediglich Lager- und Archivflächen vor.
Justizzentrum Leipzig: Blick in die ehemalige Treppenanlage des Gefängnisses, die lediglich erhalten und saniert wurde und so von den Nutzern angeeignet werden kann
Foto: HG Esch
Neben Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der ASR und der Rettungswegeführung konnte sich niemand vorstellen, seinen Arbeitstag in einer ehemaligen Zelle zu verbringen. Hinzu kommt die direkte räumliche Nähe der ehemaligen Hinrichtungsstätte der DDR, die, heute als Gedenkstätte gewidmet, selbstverständlich ihre beklemmende Atmosphäre bewahrt. Es war also eine Funktion aus dem genehmigten Raumprogramm auszumachen, die in Zellen von 6 m² untergebracht werden kann und die mit den schweren stählernen Zellentüren und den kleinen vergitterten Fenstern zu vereinbaren ist.
Im Ergebnis haben sich alle Beteiligten auf eine Lösung „out of the box“ eingelassen: In den vier Etagen werden nun sowohl die Asservate als auch die Bibliotheksbestände der Staatsanwaltschaft untergebracht. Die ehemaligen Zugänge über die historische Treppenanlage wurden rauminnenseitig geschlossen und es wurde je Etage eine vollkommen neue Erschließungsflucht quer zu den Zellenwänden „geschlagen“. Dadurch entstehen kleine, mit Regalen verkleidete Kammern. Der zuvor beengt wirkende Trakt mit Gefängniszellen erinnert nun an die erhabene Studienatmosphäre eines Klosters.
Für das Gelingen sind alle Beteiligten ein wenig vom Soll abgerückt: Die Asservatenleitung von kurzen Wegen, der Bauherr vom Flächenkennwert-Optimum, die Denkmalpflege von der reinen Lehre. Ohne Abstriche erreicht wurde die Zufriedenheit der Staatsanwaltschaft – keiner der Mitarbeitenden muss den Arbeitsalltag hinter Gittern in einer Zelle verbringen.
Die vor den Zellen liegende historische Treppenanlage, durch die großen Verglasungen der Straßenfassade gut einsehbar, kann trotz zahlreicher genehmigter Abweichungen lediglich als zusätzlicher Rettungsweg genutzt werden. Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit eines so enormen „nutzlosen“ Bauvolumens kam früh im Planungsprozess zur Sprache. Der Freistaat Sachsen als Bauherr, die Denkmalpflege sowie die Nutzer haben sich auf eine offene Diskussion eingelassen über die Frage: Darf ein historischer Raum nicht auch „Nutzen“ an sich haben? Heute, fünf Jahre nach Nutzungsaufnahme, ist der „All-Raum“ – unifarben in Lichtgrau gehalten – lichtdurchflutete Ausstellungsfläche für die Kunst am Bau. Die kleinen Nischen wurden vom Nutzer mit kleinen Bistrotischen und Stühlen ausgestattet und dienen als „Stille-Zonen“ jenseits der Treffpunkte und Teeküchen.
Justizzentrum Leipzig: Blick in die neu geschaffene Erschließungsachse der ehemaligen Zellen, in denen sich die neue Bibliothek befindet
Foto: HG Esch
Ausblick
Ist der Transformationsprozess also immer eine Einzelfallstudie und mit stetem Ringen um die Zukunftsfähigkeit, die Substanz oder die Akzeptanz verbunden – oder muss man nicht im Hinblick auf die Vielzahl von auf uns zukommenden Transformationsprojekten den Planungsprozess an sich überdenken? „Yes, we must“, denken wir!
Herangehensweise inklusive zusätzlicher Planungsschritte bei Sanierung und Transformation
Grafik: ksg
Ein auf die Transformation abgestimmter Prozess würde wie folgt aussehen:
Noch elementar wichtiger als bei Neubau- oder Sanierungsprojekten ist die frühzeitige Bindung und Beteiligung aller Fachingenieure, Gutachter und Träger öffentlicher Belange. Denn ohne das gesammelte Know-how zu Beginn besteht kaum die Chance, alle relevanten Erkenntnisse zum Projektstart rechtzeitig einbinden zu können, um eine saubere Bestandsanalyse zu erstellen. Das kostet früh im Planungsprozess viel Planungshonorar und erfordert ein frühes und entschiedenes „Ja!“ zum Transformationsprojekt.
Dieses Bekenntnis zum Projekt ist zu überführen in einen frühzeitigen Rückbau der nicht erhaltenswerten Überformungen, den Abbruch der notwendigen Oberflächen sowie die Entsorgung von Schadstoffen und sonstigen Gesundheitsgefährdungen. Mit der sichtbar gewordenen Identität und dem daraus abgeleiteten Bestandsmodell kann Gestaltung beginnen und zu unverhofft gelungenen, zukunftsfähigen Transformationen führen.
Autorin: Die Architektin und Stadtplanerin
Kathrin Winterhagen
leitet das Leipziger Büro von ksg architekten und ist Assoziierte Partnerin.
www.ksg-architekten.de
