Auch morgen noch? Mit Beton
Über eine Veranstaltung zu berichten, die schon gelaufen ist und an der man nicht teilhatte, vermeiden wir in der Regel. Bei dem 22. KIT-Symposium „Baustoffe und Bauwerkserhaltung“ am 17. März 2026 unter dem Titel „Bauen mit Beton für morgen – Umsetzung von Innovationen in der Praxis“ machen wir eine Ausnahme. Neben dem KIT als Veranstalter waren noch mit dabei der VDB – Verband Deutscher Betoningenieure e. V. sowie das InformationsZentrum Beton GmbH. Womit klar ist, worum es auf dieser Veranstaltung auch ging: die Zukunft des Baustoffs Beton. Rund 100 Teilnehmerinnen tauschten sich in Vorträgen und Randgespräche dazu aus, wie mit innovativen Bauweisen, klinkereffizienten Zementen und den aktuellen Regelwerken klimaschädliche Emissionen beim Bauen reduziert werden können.
Die Vorträge sind nun alle in einer Broschüre nachzulesen, die es auch als kostenloses PDF im Download gibt. Dass die meisten Beiträge dem Beton eine Zukunft geben, mag erwartbar sein, in Teilen ist das auch nachvollziehbar. Ob „Beton […] aufgrund seiner Verfügbarkeit, Formbarkeit, Festigkeit, Dauerhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit kaum zu ersetzen [ist]“ (Petra Schröder und Gerhard Breitschaft, „Bauen mit Beton für morgen“ im gleichnamigen PDF, S. 70) kann man so sehen oder auch nicht. Schon der grassierende Sandmangel könnte die Betonproduktion trotz aller Klimapositivbemühungen deutlich einschränken.
Beton im Kontext des zukünftigen Bauens als geeignet zu beschreiben, bedarf Kommunikation. Ein Beispiel, wie man es besser hätte machen können möchte der Beitrag Uwe Kopfs nahelegen, „Beton ist grün – und die Sache mit der Kommunikation“. Der Vortragende Uwe Kopf ist Amtsleiter des Tiefbauamts der Stadt Konstanz, der darauf verweist, dass das geeignete Material sich immer im Vergleich mit anderen Materialien findet und das kann dann durchaus auch (Ort-)Beton sein, der sich seit Ende 2025 vor dem Bahnhof Konstanz findet (verglichen wurde er u. a. mit Natursteinpflaster). Was nicht allen Bürgerinnen gefallen hat, Beton hat eben ein schlechtes Image.
Weitere Stichworte der Publikation sind: dauerhaftes und CO2-reduziertes Bauen durch die Anwendung der ERC-Richtlinie, Kompatibilität von Betonzusatzmitteln mit klinkerarmen Bindemitteln – Praxisprobleme und Lösungsansätze oder Bauen mit Beton für morgen – Umsetzung von Innovationen in der Praxis. Eine Lektüre wird zwecks Horizonterweiterung und als Argumente-Futter – für und/oder wider – empfohlen. Be. K.
