Architektur braucht Zukunft braucht Architektur

Das vergangene Jahr war für Hochschulen finanziell turbulent. In vielen Bundesländern wurden Bildungsmittel gekürzt, zusammengerechnet über 1 Mrd. €. Auch das Land NRW muss sparen - die Bergische Universität Wuppertal antwortet darauf mit Kürzungen, besonders stark davon betroffen wäre der Studiengang Architektur. Die Perspektiven auf die Sparmaßnahmen sind unterschiedlich: Die Rektorin sieht in der möglichen engeren Bindung an das Bauingenieurswesen Zukunftspotential, der Dekan und die Studierenden den Abbau eines zukunftsrelevanten Fachs. Über Interdisziplinarität und Solidarität.

Das Wort „Sparen“ kommt aus dem altgermanischen „spar“, was so viel wie „bewahren“ oder „unversehrt erhalten“ bedeutet. Heute hat Sparen eine eher nicht-erhaltende Wirkung: Meistens wird etwas weggenommen, das aber nirgendwo abgelegt oder bewahrt wird. Dabei gäbe es vieles, was schützen- und erhaltenswert ist.

So zum Beispiel Bildung. Nicht nur, weil diese eine demokratische Gesellschaft ermöglicht, in der jede die Werkzeuge hat, sich an ihr zu beteiligen. Sondern auch, weil ohne Nachwuchs keine Zukunft denkbar ist. Schon gar nicht eine, die sich durch Innovation, Fortschritt und ein besseres Leben für alle definiert. Dazu – so schließt sich der Kreis – braucht es (unter anderem) Nachwuchs, der diese Zukunft umdenken und aufbauen kann. Umso bezeichnender sind die anstehenden oder bereits vollzogenen Kürzungen an den Hochschulen. Dabei werden nicht nur kleinere, vermeintlich „schwächere“ Studiengänge abgebaut. Auch das Fach der Architektur muss an vielen Standorten in Deutschland gegen Kürzungen kämpfen oder unterliegt ihnen bereits.

Auf Sparkurs

Bis zu 120 Mio. € pro Jahr werden die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen ab 2026 insgesamt weniger zur Verfügung haben, so der Landtagsbeschluss vom 31. Oktober 2025. Für die Bergische Universität Wuppertal bedeutet dies, dass jede Fakultät künftig auf zwei Professuren verzichten muss. In der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen seien es sogar acht. Das entspreche in etwa 80 Prozent der Dozentinnen – unproportional viel, empfindet der Dekan des betroffenen Fachbereichs, Prof. Dr. Christoph Grafe. Auf lange Sicht – die letzte Professur soll 2035 auslaufen – bedeute dies de facto ein „geplantes Abschaffen des Studiengangs, was mit einer Notwendigkeit von Kürzungen wenig zu tun hat.“ Er ist der Meinung, dass es zwar einen Sparzwang gäbe, aber die Entscheidung der Universitätsleitung bewusst gegen den Studiengang gerichtet sei. Für Grafe ist klar: „Das ist eine gewollte Verschiebung von Interessen. Die Universität entfernt sich von einer gestalterischen Architektur und bewegt sich hin zu einer produktiven Bauindustrie.“ Hinzu käme die Alternativlosigkeit, die das Rektorat den Fakultäten spiegelt und die „intransparente Kommunikation“ über diese Maßnahmen.

Dagegen argumentiert die Rektorin Prof. Dr. Birgitta Wolff: Sie sieht in diesem Schritt keinen Rückgang, sondern eine Chance für Veränderung und Potential für mehr Interdisziplinarität zwischen der beiden Studiengängen Bauingenieurwesen und Architektur: „Die Kürzung hat nicht nur finanzielle Gründe, sondern auch inhaltliche: Die Studiengänge müssen moderner und nachhaltiger werden. Wir wollen uns nicht zurück-, sondern weiterent­wickeln.“ Architektur studieren hieße in Zukunft mehr Querverbindungen, so Wolffs Position. Doch, fragt sich Grafe, wie kann es Interdisziplinarität geben, wenn nur eine Disziplin übrigbleibt?

Die Aufregung bleibt groß, die Lage weiterhin unklar. Architekturstudierende sind verunsichert und schmeißen demonstrativ ihre Modelle wortwörtlich über den Haufen. Bundesweit werden Solidaritätsbriefe unterschrieben und eine Petition sammelt Unterschriften, um den Studiengang zu retten. Die Kürzungen an der Bergischen Universität sind nicht nur wegen ihrer besonderen Härte auffällig – bereits nächstes Jahr könnten sich Studierende nicht mehr im Bachelor einschreiben, da 2026 die erste Professur der Grundlagenlehre ausläuft. Die  Kürzungen reihen sich in die vielzähligen Sparmaßnahmen, die mittlerweile immer mehr Bundesländer betreffen und durch sinkende Studierendenzahlen, geringere Steuereinnahmen und eine insgesamt schwächelnde Wirtschaft begründet werden. Besonders hart betroffen sind kleinere Universitäten und Studiengänge, die keine Möglichkeiten zur Beschaffung von Drittmitteln haben und auf staatliche Finanzierung angewiesen sind. Dazu gehören vor allem die Künste und einige geisteswissenschaftlichen Fächer. Aber auch darüber hinaus betreffen die Maßnahmen fakultätsübergreifend gesamte Hochschulen.

So droht der Universität der Künste in Berlin ebenfalls die Abwicklung des Studiengangs Architektur, eine Folge der Budgetkürzung des Berliner Senats. Unter demselben Sparplan, der nach Angaben der TU Berlin unter anderem den Wegfall von ca. 5 000 Studienplätze vorsieht, werden auch hier Professuren nicht nachbesetzt, an der TU insgesamt ca. 18 sowie mehr als 100 weitere Personalstellen. Zudem wird der Sanierungsstau der Institutsgebäude durch das Sparen weiter aufrechterhalten. In Hessen sieht der neue Hochschulpakt von Juli 2025 ein Budgetdefizit von ca. 1 Mrd. € bis 2031 vor. Die Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) muss nach eigenen Angaben zwei Studiengänge einstellen, künftig werden ca. ein Drittel der Professuren und Studienplätze wegfallen. Der  überdurchschnittlich hohen Altersstruktur im Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen geschuldet werden hier besonders viele Professuren in der nächsten sechs Jahren auslaufen. Eine Stellen- und Wiederbesetzungssperre gilt an der UAS bereits seit Februar 2025.

Diese Maßnahmen stoßen angesichts der Herausforderungen, welche die Baubranche künftig wie gegenwärtig betreffen (Klimawandel, Wohnungsmangel, Stadtentwicklung, Infrastruktur etc.) auf Unverständnis. Wir bräuchten mehr und nicht weniger qualifizierte Arbeitskräfte, so Christoph Grafe in Wuppertal. Seine Rektorin sieht darin keinen Widerspruch: „Die Inge­nieure machen das alles bereits.“ Für Grafe verkennt dieses Argument, „wie unterschiedlich die Wissenskonstellation von Bauingenieurwesen und Architektur ist“. Für ihn kommen in der Architektur – frei nach Vitruv – technisches, soziales und kulturelles Wissen zusammen. So stellt sich nun die Frage nach der utilitas von Architektur. Welche Kompetenzen sind in Krisenzeiten gefragt? Oder umgekehrt, wie stellen wir uns unsere gebaute Umwelt in Zukunft vor? Und vor allem, welche Ausbildung wird den nächs-ten Generationen Planerinnen ermöglicht?

Für mehr Interdisziplinarität

Die Bergische Universität Wuppertal wurde 1972 als Gesamthochschule gegründet und ist seit 2003 eine Universität. Die Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur hat eine noch weitreichendere Geschichte: Ende des 19. Jahrhunderts entstand erst eine Zeichenschule, aus der 1897 die „Königlich-Preußische Baugewerkschule“ hervorging. Heute nennt sie sich ­Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur.

Die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung der Region Wuppertal erforderte auch bauliche Lösungen und somit die enge Zusammenarbeit von Architektinnen, Bau- und Verkehrswirtschaftsingenieurinnen. Diese Interdisziplinarität, die laut Universität die Fakultät bereits seit ihren Anfängen prägte, wird von der Rektorin heute als stärkstes Argument für die Sparmaßnahmen im Bereich Architektur vorgelegt. Wieso zwei oder mehr Fachgebiete haben, die genau das gleiche lehren? „Es war nie geplant, den Architekturstudiengang einzustampfen“, sagt die Rektorin. Die Universitätsleitung stellt sich in Zukunft eher einen vereinten Studiengang vor, in dem die Studierenden mit den gleichen Fächern starten und sich dann im späteren Studienverlauf für unterschiedliche Vertiefungen entscheiden, die z. B. mehr oder weniger technisch oder gestalterisch ausgerichtet sind – wie genau dieses Konzept aussehen soll, bleibt derzeit noch undefiniert.

Die Entscheidung habe Prof. Dr. Birgitta Wolff nicht allein oder uninformiert getroffen. In Gesprächen mit der Architektenkammer NRW oder dem BDA (der im November 2025 gemeinsam mit dem BDB einen offenen Brief gegen diese Entscheidung unterschrieb) habe sich herauskristallisiert, welche „Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt benötigt werden“ und dazu gehörten, nach Aussagen der Rektorin, z. B. eine tiefere Auseinandersetzung mit städtebaulichen Aufgaben wie Wasserhaushalt oder Verkehrsplanung mit nachhaltiger Ausrichtung. Diese Fächer seien bei den Bauingenieurinnen weitaus besser aufgehoben.

Prof. Dr. Wolff ist sich allerdings sicher: „Architekturkompetenzen wird es in Wuppertal und in der Region weiterhin geben.“ Außerdem werde Architektur in Nordrhein-Westfalen an vielen weiteren „hervorragenden“ Hochschulen gelehrt, so die Rektorin. Diese Hochschulen freuten sich schon, bald auch die Wuppertaler Studierenden zu begrüßen. Eine institutionelle Vernetzung der Hochschulen gibt es im Bundesland jedoch noch nicht. Die Entscheidung, sich an einer anderen Universität oder Hochschule zu bewerben, würde also erstmal bei den Bewerberinnen selbst liegen. Derzeit studieren ca. 1 500 Studierende an der Fakultät in Wuppertal, ca. ein Drittel davon sind im Studiengang Architektur eingeschrieben. Im Wintersemester 2024/2025 waren es mehr Studienanfängerinnen als die Kapazitäten des Studiengangs erlaubten – mit fehlendem Fachinteresse kann die Entscheidung zum Abbau also nicht begründet werden.

Für mehr Disziplinarität

Im November 2025 kam der erwartete Gegenvorschlag aus der Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur. Im Kern begrüße dieser eine Verzahnung der architektonischen mit der bautechnischen Lehre, jedoch nur dort, „wo es sinnvoll ist“. Im einstimmig beschlossenem Vorschlag würden nicht acht, sondern nur vier Professuren langfristig nicht nachbesetzt werden. Der Gegenvorschlag wurde, laut Grafe, vom Rektorat ignoriert und der ursprüngliche Sparkurs beibehalten.

Christoph Grafe lehrt seit 2013 Architekturgeschichte und Theorie an der Uni Wuppertal und wurde im April 2024 zum Dekan der Fakultät gewählt mit dem klaren Ziel, „soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit“ in allen Fächern zu verankern. Für ihn greift die Entscheidung der Universitätsleitung, am Studiengang Architektur zu sparen, „inhaltliche Themen an, die nicht von einer fachexternen Position zu bestimmen sind.“ Wo die Rektorin mit Interdisziplinarität argumentiert und darüber entscheidet, welche Fächer mit dem Bauingenieurwesen vereint werden könnten, antwortet Grafe, dass es „diese Schnittstellen nur dann geben kann, wenn es zwei Disziplinen gibt, die man miteinander verzahnt“. Dabei dürfen die kulturellen und ästhetischen Fragestellungen nicht hinten wegfallen. Eine Beschränkung auf bautechnische Themen wird nicht den Herausforderung der Zukunft gerecht, so der Dekan am Beispiel der Verkehrsplanung: „Nicht nur technische Räume werden geplant. Auch Zwischen- und Freiräume müssen gestaltet werden. Das bleibt eine architektonische Aufgabe.“ Architektur betrachte ein Problem ganzheitlich, auch mit Blick auf Nachhaltigkeit, so Grafe.

Auch er sieht in der Vernetzung zwischen Hochschulen Potential für die Zukunft der Disziplin. Eine Strategie dafür, z. B. nach niederländischem Modell, gebe es in der Region jedoch noch nicht: „Die Diskussion der Kürzungen wurde nicht über alle Standorte, sondern ausschließlich aus Wuppertal heraus geführt.“ Das widerspreche auch der Argumentation der Rektorin, denn ohne Vernetzungsstrategie würde Wuppertal letztendlich einen Studiengang verlieren und der Interdisziplinarität wäre nicht weitergeholfen. Das sei ein kurzsichtiger Ansatz, der dem baukulturellem Gewebe der Region schade. Auch die Ansicht der Uni-Leitung, Wuppertal sei in Bezug auf Architektur ein „schwacher“ Standort, teilt der Dekan nicht: „Wuppertal mag zwar ein kleines Kollegium haben, hat aber große Diskurspräsenz und Internationalität – über große Teile der Bergischen Universität hinaus.“

Für mehr Zusammenarbeit

Am 1. Oktober 2025 gründete eine Gruppe von Studierenden des Architektur-Studiengangs die Initiative fundament.tal, um gegen den Abbau des Studiengangs zu agieren und die Interessen der Studierendenschaft angesichts dieser Lage zu vertreten. Im Gespräch mit Johanna Teichmann und Felix Lehmann von fundamen.tal wird klar, dass die Studierenden den noch laufenden Prozess weder transparent, noch demokratisch wahrgenommen haben. Von den Kürzungen hätten sie anfangs nur Gerüchte gehört. Als dann die Stelle von Prof. Susanne Gross (Lehrgebiet Grundlagen des Entwerfens – Entwurfsmethodik) für 2026 nicht nachbesetzt wurde, wurden die Studierenden vor vollendete Tatsachen gestellt.

Die Studierenden der noch nicht so alten Initiative haben sich seit ihrer Gründung neben Studium, Abschlussarbeiten und Job in die Hochschulpolitik eingearbeitet und mit ihrer Petition, die noch bis Mai 2026 läuft, tausende Stimmen gesammelt, darunter viele prominente aus Architektur, Verbänden und Politik. In ihrer vom Dekanat unabhängigen Aktivität stellt die Initiative Fragen zur landesweiten Bildungsfinanzierung, organisiert Demos und mobilisiert den Diskurs rund um die Relevanz des Fachs in der heutigen Gesellschaft. Vor allem geht es fundament.tal aber darum, die Frage, ob Architektur politisch sei, mit einem klaren „Ja“ zu beantworten: „Wir möchten ein kollektives Bewusstsein für unsere Sache vermitteln, über Wuppertal hinaus. Die Kürzungen sind ein Angriff auf die Architektur als relevantes Fach“, so die Studierenden Teichmann und Lehmann. Transparenz und demokratische Prozesse seien die Grundlage für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Disziplinen und Fakultäten.

So sähen es die Bauingenieurinnen allerdings nicht. Hier sei die Solidarität nicht zu spüren, sagt fundament.tal. Das liege aber auch an der Intransparenz, die bei der Angelegenheit herrsche: „Sie sind auch nicht komplett aufgeklärt. (…) Die Einsparungen könnten für das Bauingenieurswesen kurzfristig Profit bringen, aber langfristig wird der Campus aussterben und eine gegenseitige Bereicherung wird nicht zustande kommen“, fürchtet fundament.tal. Grundsätzlich sei die Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen der falsche Ort, um zu sparen: „Hier fehlt es an allen Ecken“, sagt Johanna Teichmann, die neben ihrem politischen Engagement derzeit an ihrer Abschlussarbeit schreibt.

Felix Lehmann von fundament.tal sieht in der Zusammenarbeit von Disziplinen ebenfalls eine Lösung für den scheinbar unumgehbaren Sparzwang. Dafür dürften Fächer und Fakultäten allerdings nicht gegeneinander ausgespielt werden, damit sich keine Fronten bilden: „Alle Fakultäten sollten gleichermaßen sparen.“ Vor allem müssten die Bedingungen dafür geschaffen werden, damit alle Betroffenen und Beteiligten eine gemeinsame Lösung für die gerechtere Verteilung der Sparmaßnahmen entwickeln könnten.

Die letzte Party?

Ob sich der Studiengang wirklich seinem Ende zu neigt, ist zum heutigen Zeitpunkt noch offen. Die betroffenen Parteien beharren auf ihren Positio­nen: fundament.tal und das Dekanat auf der einen, das Rektorat auf der anderen Seite. Die bundesweite Solidarität bleibt ebenfalls erhalten, scheint aber einen geringen Hebel zu haben.

Egal wie es endet, umsonst soll der Aktivismus nicht gewesen sein. Der Geist an der Fakultät und die Motivation, für eine bessere Gesellschaft zu kämpfen, sei zu spüren, so Felix Lehmann von fundament.tal.

Dekan Prof. Dr. Grafe gibt sich ebenfalls noch nicht geschlagen: „Das wird die letzte Party sein – und es wird eine ganz besonders interessante. Ich möchte nicht, dass wir uns so verhalten, als wäre alles schon verloren. Gerade jetzt könnten wir etwas Großartiges gestalten.“ Für fundament.tal soll es eine Party sein, „die niemals endet“, auch wenn keinem zum Feiern zumute sei: „Wir müssen etwas bewirken, damit Aufbau statt Abbau stattfindet. Die Architektur weiß das schon, das Bildungswesen aber scheinbar noch nicht.“ An Zusammenarbeit und gemeinsamem Lösungswillen scheint es in Wuppertal also nicht zu mangeln. Auch die Kommilitoninnen anderer Fakultäten werden sich vom Aktivismus der Studierenden mitreißen lassen, hofft „fundament.tal“. Ihre bundesweite Vernetzung – über Fachschaften, Studierendenparlamente und Initiativen hindurch – spricht für den Willen, eine Lösung zu finden.

Die Notwendigkeit von Interdisziplinarität für die Zukunft der Architekturlehre ergibt sich in erster Linie aus der zunehmenden Komplexität baulicher Aufgaben bezüglich ihrer technischen, kulturellen und sozialen Aspekte. Darin scheinen sich alle einig zu sein. Uneinigkeit herrscht jedoch bei der Frage nach dem Katalysator einer möglichen Verzahnung der Disziplinen sowie nach den inhaltlichen und räumlichen Folgen, die diese haben wird. Mehr Kontakt zwischen benachbarten Fächern, zwischen Studierenden und Dozentinnen ist stets willkommen. In einer demokratischen Gesellschaft, deren Stimme u. a. auch die Hochschulen sind, ist das offene Gespräch nicht nur erwünscht, sondern unabdingbar. Das gilt auch für unangenehme, harte Entscheidungen, die zu Verlusten führen. Dann ist es sicherlich auch einmal der Fall, dass die einen mehr als die anderen verzichten müssen. Dabei darf aber nicht eine Disziplin gegen die andere ausgespielt werden, denn davon profitiert langfristig niemand. So bewahren wir – im ursprünglichen Sinne des Wortes „Sparen“ – eine gemeinsame, gerechte Zukunft nicht.

⇥Amina Ghisu/DBZ

Aufbau statt Abbau – Für den Erhalt des ​Studiengangs Architektur an der B​UW

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