10 Thesen für eine nachhaltige Stadtentwicklung
Weltweit setzen Kommunen zunehmend auf urbane Experimente: temporäre Straßenumgestaltungen, Mobilitätstests, Reallabore oder Erprobungen im Energiebereich. Doch viele dieser Ansätze bleiben isoliert, zeitlich begrenzt oder unklar in ihren weiteren Wirkungen, sobald Projektförderungen enden. Eine neue internationale Studie erforschte, woran das liegt – und wie urbane Experimente zu einem dauerhaften Instrument nachhaltiger Stadtentwicklung werden können.
Nach einer umfangreichen Analyse urbaner Experimente aus unterschiedlichen Weltregionen identifizieren die Forscherinnen zehn zentrale Lehren. Diese berücksichtigen vor allem die Integration sozialer, kultureller, technischer und ökologischer Dimensionen und argumentieren für eine besser verankerte Expertise in politischen Entscheidungsprozessen: „Unsere Forschung zeigt, dass Experimente dann wirksam werden, wenn sie nicht als Ausnahme, sondern als normaler Bestandteil von Governance und kommunaler Zukunftsgestaltung verstanden werden“, so Prof. Dr. Timo von Wirth von der Frankfurt University of Applies Sciences und Mitglied des Forscherinnenteams. Für die Bevölkerung sind diese Fragen von unmittelbarer Bedeutung, da urbane Experimente zahlreiche Bereiche des Alltags betreffen – wie zum Beispiel Mobilität, Wohnen oder Energieversorgung.
Die zehn Lehren dienen als diagnostisches Instrument, um Stärken, Schwächen und ungenutzte Potenziale urbaner Experimente sichtbar zu machen. Sie richten sich nicht nur an Städte, sondern auch an Landes-, Bundes- und europäische Steuerungsebenen. Das würde dabei helfen, einen systematischen Austausch zwischen Städten und Regionen zu unterstützen, Lernprozesse zu institutionalisieren und die wiederholte Neuerfindung bereits erprobter Lösungen zu vermeiden.
