Patriotische Gesellschaft

Preisträger für gute Denkmalpflege 2018 ermittelt

Alles fließt

Dies gilt für alles auf der Welt und natürlich auch für den Denkmalschutz. Galten noch bis in die 60er-Jahre hinein nur die großen Kirchen und Schlösser als wirkliche Denkmäler, so wandelte sich dieser Begriff ziemlich genau zusammen mit dem europäischen Denkmalschutzjahr 1975 auch den kleineren Denkmälern, insbesondere der bürgerlichen Baukultur zu.

Im Gegensatz zu den großen Projekten, die nicht immer optimal laufen, haben sich doch viele private Eigentümer, aber auch öffentliche Bauherren wie Schulen und Wohnungsbaugesellschaften für das kulturelle Erbe der Stadt Hamburg eingesetzt und es zum Teil mit enormem Aufwand, viel Liebe und Durchhaltevermögen erhalten, instandgesetzt und saniert. Dieses besondere Engagement verdient  Respekt und damit auch eine öffentliche Anerkennung.

Drei gleichrangige Preisträger wurden in diesem Jahr ausgewählt:

Das Dehmel-Haus, das nach jahrelangem Leerstand einem Spekulanten entzogen und wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte.

Auch die stark instandsetzungsbedürftige Arp Schnitger-Orgel in der St. Pankratius-Kirche in Neuenfelde konnte nur mit erheblichem persönlichem Engagement restauriert werden.

Das Fercksche Landarbeiterhaus in Volksdorf war schon fast verfallen und dem Abbruch geweiht, als die heutigen Betreiber des Cafés zunächst dieses Grundstück erwarben, aber schnell einsehen mussten, dass die Instandsetzung über ihre Kräfte ging. Mit Hilfe der Gründung eines Vereins und enormem bürgerlichen Engagement konnte dieses bedeutende Zeugnis der bäuerlichen Kultur in Volksdorf bewahrt und einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Eine Anerkennung erhielten die Objekte:
Haus Sandhöhe, Hamburg-Finkenwerder
Haus Auedeich; Hamburg-Mitte
Kapelle 2; Hamburg-Ohlsdorf
Planetarium, Hamburg
Wohnblocks Straßburger Straße 2–34, Hamburg
Gymnasium Alstertal, Hamburg-Fuhlsbüttel
Gymnasium Christianeum, Hamburg-Othmarschen
Haus Müller-Drenkberg, Hamburg

Die Auslobung

Der Preis wird für vorbildlichen, sensiblen Umgang mit historischer Bausubstanz, das heißt den „Quellenwert“ von baulichen Objekten, Innenräumen und Gartendenkmälern, vergeben. Preisträger sind die Verantwortlichen, das sind in der Regel die Bauherrinnen und Bauherren sowie die Architektinnen und Architekten des Vorhabens.

Das oder die preisgekrönten Objekte werden mit einer Plakette ausgezeichnet (Gestaltung: Bildhauer Henning Hammond-Norden und Bert Ulrich Beppler). Die Objekte der engeren Wahl werden in einer Broschüre zusammengestellt und veröffentlicht.

Der Preis wird im Rhythmus von drei Jahren vergeben, jeweils für in diesem Zeitraum fertiggestellte Vorhaben.

Die Auswahl der Objekte fand unter Ausschluss des Rechtsweges durch Mitglieder des Arbeitskreises Denkmalschutz der Patriotischen Gesellschaft von 1765 im Jahre 2018 statt.


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