Yas Hotel, Abu Dhabi/VAE
Das Rennen kann beginnen-
Foto: Front Inc., New York
-
Mit Hilfe von LED-Strahler an allen Knoten der...
Foto: Courtesy Asymptote Architecture, New York
-
Das Hotel kragt weit in eine Marina hinein
Foto:
-
Dieses 5-Sterne Hotel mit ca. 500 Zimmern wird...
Renderings: Courtesy Asymptote Architecture, New York
-
Die sehr komplexe Hülle besteht aus Stahl und...
Renderings (2) :Schlaich Bergermann und Partner,Stuttgart
-
Das Stahl-Glas-Netz hat eine Gesamtfläche von 16...
-
Hani Rashid sagt über den Bau:„Eine perfekte Union...
Foto: Courtesy Asymptote Architecture, New York
-
Zwei Stützen stehen im Wasser, weitere vertikale...
Fotos (3): Courtesy Asymptote Architecture, New York
-
Foto: Courtesy Asymptote Architecture, New York
-
Durch die Wahl von Waagner-Biro-Knoten war es...
Foto: Courtesy Asymptote Architecture, New York
-
Die Glaselemente sollten in unterschiedlichen...
Fotos (2): Front Inc., New York
-
Mit Hilfe von LED-Strahlern an allen Knoten
der...Foto: Front Inc., New York
-
Foto: Front Inc., New York
-
-
-
Am 30.10. 2009 wird das Hotel sowie die...
-
Lise Anne Couture
Geboren 1959, Montreal/Kanada
1986 erwarb Lise Anne Couture ihren Master in...fulcrummag.com
Superlative prägen die Architektur in den Vereinigten Arabischen Emiraten, und beeindruckende Superlative kann auch das neue Yas Hotel vorweisen. Weder handelt es sich jedoch um eines der größten Hotelneubauten, noch ist seine künstliche Insel die größte der Golfstaaten. Dennoch ist seine Konzeption von Asymptote Architects mehr als nur ungewöhnlich, die dem renommierten Unternehmen Waagner-Biro den größten Auftrag seiner Firmengeschichte einbrachte.
Während mittlerweile in Dubai so mancher Baukran still steht und viele Bauprojekte Opfer der Finanzkrise wurden, boomt weiterhin die Nachbarstadt und – das Land Abu Dhabi, wo das Erdöl noch länger sprudeln wird. Eines der ehrgeizigsten Projekte ist dort Yas Island, knapp 30 Autominuten von Downtown und 10 Minuten vom Flughafen entfernt, ein 36 Milliarden schweres Stadtentwicklungsprojekt auf einer 2 500 ha großen künstlichen Insel mit einer neuen 32 km langen Küstenlinie. Dort entsteht seit 2007 unter Führung des einheimischen Investors Aldar Properties nicht nur die neue Formel 1-Rennstrecke „Etihad Airways Abu Dhabi Grand Prix“, sondern auch noch mehrere Wohnparks und Mega-Marinas mit 1 400 Liegeplätzen, 20 Hotels, ein 18-Loch-Golfkurs, ein Ferrari World-Eventcenter und eine 28 000 m2 große Mega-Shoppingmall – übrigens nur wenige Kilometer entfernt von Sir Norman Fosters grünem Masdar City-Projekt auf dem Festland.
Der Planungsprozess
Was folgte, war ein enorm komplexer, beschleunigter Planungsprozess über drei Kontinente, der aufgrund des feststehenden Eröffnungstermins nur drei Monate Zeit hatte, wenngleich manche Detailplanung auch erst nach allen Ausschreibungen während der Bauphase geklärt werden konnte. Ein Designteam unter Leitung von Asymptote Architects in New York, Schlaich, Bergermann Ingenieure aus Stuttgart, den Fassadenspezialisten Front Inc. und Arup Ligthing aus New York sowie Dewan Architects & Engineers aus Abu Dhabi machte sich ans Werk. Die Konstruktion des „Schleiers“ und nicht etwa der beiden Gebäude, die relativ konventionell in Stahlbetonbauweise erstellt werden konnten, erforderte besondere Lösungen.
Schließlich sollte eine computergenerierte, amorphe Form von 217 m Länge, bis zu 44 m Breite und 35 m Höhe Realität werden, die den besonderen Verhältnissen der Golfregion trotzen kann. In einem ersten Schritt wurde die Form des Stahl-Glas-Netzes aus rautenförmigen Teilelementen mit einer 16 000 m² Gesamtfläche optimiert, was 17 Fußballfeldern entspricht.
Die Konstruktion
Zum Bedauern der Ingenieure lehnten die Architekten die Verwendung von Zugstäben oder– seilen ab, welche die Konstruktion von den teilweise erheblichen Zugkräften in der Diagonalen erleichtern hätten können, aber die Klarheit ihrs Entwurfes geschmälert hätten. So entstand keine echte Schale, eher ein tritranguläres Netz mit einem dreieckigen Mega-Raster mit Elementen von 200 x 500 mm Durchmesser und einem Sekundärraster mit Elementen von 100 x 250 mm Durchmesser. Kein Rahmenelement ist aufgrund der freien Geometrie des „Schleiers“ identisch, die in 12 bis 25 t schweren Modulen vorgefertigt in einem Leitersystem mit plus/minus 10 mm Toleranz montiert wurden. Nur zwei der zehn Stützen der letztendlich 2 100 t schweren Rahmenkonstruktion in 10 500 Einzelteilen wurden fixiert, acht hingegen auf 1,5 bis 2 t schweren Gleitlagern mobil über beachtliche 190 mm Weglänge gelagert, die dank schützender Kapseln nun auch weitgehend vor dem zerstörerischen Einfluss von Sandkörnern geschützt sind. Zwei Stützen sind zudem im Wasser, weitere vertikale Stützen befinden sich auf den Dächern, die dort jedoch keine Lasten abtragen durften. Hierfür wurden sie über speziell verkleidete Tellerfedern gelagert. Die Entscheidung für eine offene Verglasung reduzierte hingegen die Windlasten auf die Konstruktion erheblich, die unmittelbar an einer Marina gelegen auch starken Küstenstürmen widerstehen muss. Faszinierend kristallin und leicht wirkt nun die gläserne, smaragdschimmernde Schuppenhaut von Marc Simmons von Front Inc. , New York Gewissermaßen ist der „Schleier“ vielmehr eine überdimensionale „Folie“ ähnlich derer, die Bernhard Tschumi im Parc de la Villete baute. Es ist eine pavillonartige Konstruktion des reinen ästhetischen Gefallens, die nun dank LEDs in den unterschiedlichsten Farben erstrahlen kann, was ja der Ausgangsintention von Hani Rashid und Lise Anne Couture von einer spektakulären Architektur vollkommen entspricht. Nur bleibt zu hoffen, dass sie hinsichtlich ihrer Lichtatmosphären mit Sensibilität bespielt werden wird, was gerade in den arabischen Ländern mit ihrer Vorliebe zu bonbonfarbenen Kombinationen zumeist nicht der Fall ist. Eigentlich ist ihre Konstruktion mit 5 800 rautenförmigen Glaspaneelen schon genug Ereignis, deren optische und spektrale Effekte gegen den Himmel, das Meer und Wüste schon allein faszinieren. Geschafft wurde hier, wie es Hani Rashid recht arabisch preisend ausdrückte, „eine perfekte Union und Zusammenspiel von Eleganz und Spektakel. Deren Suche inspiriert war, was man die Kunst und Poetik des Motorsports, speziell der Formel 1, gekoppelt mit der Schaffung eines Ortes, der Abu Dhabi als kulturelle und technologische Tour de Force nennen kann.“ Von der Ferne als „Landmark“ und noch mehr von der zweigeschossigen, stählernen Verbindungsbrücke mit Restaurant, Bar und Ausstellungsflächen kann man diesen Eindruck am stärksten erfahren, dass man sich in einem Land der 1001 Träume befindet, in dem nichts unmöglich erscheint.
















