Steht vor der Übergabe Polizeiinspektion Würzburg-Stadt, Würzburg - Deutsche BauZeitschrift


Polizeiinspektion Würzburg-Stadt

Steht vor der Übergabe

Polizeiinspektion Würzburg-Stadt, Würzburg

Wohl weil der Verwaltungsbau der Polizei in der Augustinerstraße mit Hauptgebäude und später angeklebtem Nebenflügel 1958 ein Entwurf des Städtischen Hochbauamts war – der Bau ging 1978 in den Besitz des Freistaats Bayern über – wurde die Sanierung und Erweiterungsplanung ebenfalls von Amts wegen geleitet, jetzt vom Staatshochbauamt.

Vor wenigen Jahren klugerweise in die Denkmalliste aufgenommen, steht das Hauptgebäude in der südlichen Altstadt in exakter Nord-/Süd-Ausrichtung deutlich vom Blockrand angerückt nahe am Main. In einer ursprünglichen Planung war im Süden entlang der Wirsbergstraße ein Riegelbau vorgesehen, der jetzt als teils aufgeständertes Volumen den Bestandsbau im Süden scheinbar durchdringt, im Osten als auskragendes Schaufenster zum Platz hin abschließt und vor der Westfassade schwebend als längsgestrecktes Volumen des Bedienstetenparkplatz in Teilen überdeckt.

Der 1950-er-Jahre Bestandsbau wurde entkernt, das  Haupttreppenhaus, das Stahltragwerk des Daches und die Fassaden in Struktur und Materialität wurden saniert.

Im zukünftigen Polizeigebäude sollten schon 2014, dann Ende letzten Jahres die beiden Polizeiinspektionen West und Ost zur neuen Polizeiinspektion Würzburg-Stadt mit insgesamt ca. 300 MitarbeiterInnen vereint werden. Der Großteil des Volumens steht Büroräumen zur Verfügung, im dem auskragenden Schaufenster zur Augustinerstraße wurden Besprechungsräume, ein Sozialraum mit Teeküche und einen EDV-Schulungsraum untergebracht.

Das Dach wird nicht ausgebaut. Im Untergeschoss sind Technikräume , Umkleideräume und ein paar Haftzellen. Es gibt eine Tiefgarage mit Notausfahrtsrampe sowie das schon genannte offene erdgeschossige Parkdeck für die Bedienstetenfahrzeuge.

Städtebaulich konnte durch den Abriss des alten Nebenflügels ein kleiner Platz gewonnen werden. Er soll bis  auf  wenige Besucherparkplätze, davon einer behindertengerecht, autofrei bleiben und zum Verweilen einladen – was, mit Blick auf die möglichen Anliegen der Besucher: Vernehmung, Erstattung einer Anzeige, Aussage etc. – ein wenig euphemistisch klingen mag.

Darüber hinaus ist geplant, den historischen Greising-Pavillon, eine ehemalige Gartenarchitektur vom Anfang des 18. Jahrhunderts und Teil des verschwundenen Augustinerklosters, in der Süd-West-Ecke des Grundstücks zukünftig in einen kleinen Grünbereich einzubetten und ebenfalls für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Gekostet haben Sanierung und Neubau rund 21 Mio. €. Be. K.


Staatliches Hochbauamt Würzburg