Philosophikum, Frankfurt a. M.

Warum geht einem, denkt man an die Entwicklungen auf dem ehemaligen Universitäts- und kommendem Kulturcampus in Frankfurt a. M., so häufig das Lied „Ein Jahr (Es geht voran)“ der Band Fehlfarben durch den Kopf? In den 1980er-Jahren hörte man das „Es geht voran“ vielfach aus den Kehlen der Hausbesetzer, als es voran ging auf dem deutschen Immobilienmarkt, vor allem für die großen Investoren. Am Haupteingang der ehemaligen Frankfurter Universität werden gerade Spuren verwischt, wird Architektur vorangebracht. Den Eingang hatte der Universitätsbaudirektor und Architekt, Ferdinand Kramer, zu seinem Amtsantritt aufweiten und vom frisch hergestellten Neobarock befreien lassen. Jetzt steht dort – schön in roten Mainsandstein gefräst – „Senckenberg“ drüber. Es geht eben voran. In der Nachbarschaft wurde ebenfalls ein Kramer-Bau verändert: das Philosophikum. Teils denkmalgerecht saniert und um einen fünfgeschossigen Zubau ergänzt (Stefan Forster Architekten), gibt es hier 238 Apartements für Studierende, einen Kindergarten, ein Café etc. Vom Nihilsmus, der für den Geist dieses Gebäudes behauptet wurde, ist nun nichts mehr zu spüren. Eigentlich schade. Be. K.

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