Nordkopf Tower, Wolfsburg

Der „Nordkopf“ in Wolfsburg ist seit seinem Vorhandensein eine Art Vakuum zwischen Stadt und VW-Werk mit Auto-Stadt. Isoliert wird die weit offene „Wüste“, die jeder durchqueren muss, der vom Bahnhof nach Süden in die Stadt läuft, zusätzlich durch die Bahntrasse, die überdeutlich einen Abschluss bildet. Parkplätze im Westen, im Osten wie abgestellt wirkende 1950er-Jahre-Bauten.

Um in diesen toten Stadtraum eine höhere Dichte und Urbanität zu bringen, soll demnächst auf dem Gelände der Parkplätze irgendetwas Digitales entstehen. Das könnte die „digitale Markthalle“ sein, ein schwammig Zukunft verheißendes „Nutzungskonzept“ in einer wohl zu Recht leerstehenden Halle am Nordkopf. VW spielt hier mit, auch der VfL Wolfsburg soll Menschen locken.

Doch zunächst wurde mit der Fertigstellung des „Wolfsburger Nordkopf Towers“ das neue Kunden- und Verwaltungszentrum der Stadtwerke Wolfsburg AG und LSW seinen Nutzern übergeben. Der Neubau ist das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs von 2014, den Schulz und Schulz, Leipzig, für sich entscheiden konnten.

Der Neubau erweitert den bestehenden, sanierungsbedürftigen Firmensitz aus dem Jahr 1961 in westlicher Richtung und schließt über einen gemeinsam genutzten, begrünten Innenhof zum Bestand an. Augenfällig ist neben der klaren Kubatur die Fassade aus eloxierten Aluminiumblechschindeln. Ob ein solcher Verwaltungssitz – unabhängig vom architektonischen Anspruch – ausreicht, den Nordkopf städtebaulich zu verdichten, muss bezweifelt werden. Be. K.

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