Möglicherweise ein Silicon Valley

Erster Spatenstich RWTH Aachen Campus

Auf dem Gelände der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen entsteht in den nächsten Jahren eine der größten Forschungslandschaften Europas. Das von der Niederlassung Aachen des BLB NRW städtebaulich entwickelte Projekt RWTH Aachen Campus stärkt gleichzeitig die Städteregion Aachen im besonderen Maße: bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze werden von der hier investierenden Industrie und der Lokal- wie Landespolitik erwartet. Der Ministerpräsident Jürgen Rüttgers anlässlich des Spatenstiches am 18. Februar ein wenig semantisch redundant: „Der neue Campus der RWTH Aachen wird das Silicon Valley der Zukunftstechnologien.“

In einem Zeitraum von sechs bis acht Jahren sollen sich bis zu 250 nationale und internationale Unternehmen im direkten Verbund mit den Instituten und Forschungszentren ansiedeln können. Der RWTH Aachen Campus glaubt damit an ein Potenzial, einer der größten technologieorientierten Campusbereiche Europas zu werden. Die räumliche Verzahnung von Forschungsinstituten und Industrieunternehmen werde, so der Wunschgedanke, eine neue Qualität in der Zusammenarbeit und des Austausches zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ermöglichen.

Ziel des Projekts ist es, im internationalen Vergleich die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der RWTH Aachen als technische Eliteuniversität zu sichern und als Innovationstreiber die wissenschaftliche und technologische Entwicklung zu forcieren. Gleichzeitig soll das Projekt die Städteregion Aachen stärken. Voraussichtlich 5.500 Arbeitsplätze könnten im Bereich der Forschungscluster entstehen und rund 4.500 weitere Arbeitsplätze in den notwendigen Dienstleistungsfunktionen auf dem RWTH Aachen Campus sowie in der gesamten Städteregion Aachen. 

Das städtebauliche Konzept des Wettbewerbssiegers für das Areal Melaten (Architekten: rha reicher haase associierte aus Aachen) basiert auf den Leitgedanken und Zielen, „Landschaft und Stadt in einen Dialog treten zu lassen, Bestand und Neubau zu einer markanten räumlichen Figur zu verbinden und einen Campus-Park als zentralen Kommunikationsraum zu schaffen“ (2. Platz: Ferdinand Heide Architekt BDA, Frankfurt; 3. Platz: RKW Rhode Kellermann Wawrowsky, Düsseldorf).

Die Gewinner des städtebaulichen Wettbewerbs für das Areal Mitte sind Machleidt+Partner, Berlin, mit sinai.Faust.Schroll.Schwarz., Berlin (2. Platz: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Berlin und Glass Kramer Löbbert Architekten, Berlin; 3. Platz: Studioinges Architektur+Städtebau, Berlin und Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin; Anerkennung: Trint+Kreuder d.n.a, Köln).

Das übergreifende städtebauliche Ziel des Areals Mitte sei, so die 1. Preisträger, „die Wiedergewinnung des historischen Stadtraumes mit seinen Straßenfluchten, Plätzen und Promenaden (städtische "Außenräume") und die räumlich-funktionale Einbindung des Kernbereichs der RWTH Aachen in die alte Innenstadt und die neueren Quartiere (universitäre "Innenräume"). Die situationsbezogene Neuordnung der heute heterogenen Blockinnenbereiche schafft durch räumlich differenzierte Parks, Gärten und Höfe ein halböffentliches Netz aus vielfältigen Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität. Von großer Bedeutung sind das strukturelle Herausarbeiten der gefassten Blockränder des inneren Grabenrings und die großzügigen, platzartigen Aufweitungen entlang des äußeren Alleenrings. Die städtische Platzfolge entlang der "Achse der Wissenschaft" dient der räumlichen Verknüpfung vom Stadtzentrum, über das Universitätsforum am Templergraben, den neuen Platz am Alleenring bis zum neuen Campus am Westbahnhof. Der Freiraum um Hauptgebäude, Super C und dem Karman-Forum ist der Ort an dem sich die öffentliche und die universitäre Sphäre durchdringen. Es ist die öffentliche Schale der Hochschule, der Templergraben der herausragende Ort und die „Adresse“ der Exzellenz-Hochschule. Die Folge der Freiräume zwischen Annuntiatenbach und Hauptgebäude wird dabei als Kontinuum verstanden, das die solitären Gebäude umfließt und die historische Kernstadt mit dem Herzen der Hochschule verknüpft. Gestalterisch formuliert und zusammengehalten wird der zentrale Campus durch ein überlagerndes Ordnungsprinzip, das in Ausrichtung und Achsmaßen vom Hauptgebäude also dem Ursprungsbau der Hochschule ausgeht."






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