Mit der Kunst am Ende
Temporäre Kunsthalle schließt Ende August; ein Resümee-
Kunsthallenhaut bespielt: "Echo", von Bettina...
Foto: Temporäre Kunsthalle, Berlin
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Spatenstich mit Bürgermeister (vorne links) und...
Foto: Benedikt Kraft / DBZ
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Die Kunsthalle mit ihrer ersten Außengestaltung...
Foto: Benedikt Kraft / DBZ
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Die Öde befüllen und beleben: Im Schatten der...
Foto: Benedikt Kraft / DBZ
Sie war nur als Zwischennutzung gedacht. Und auch, wenn der Zwischennutzungszeitraum länger währt, als ursprünglich befürchtet – das Schloss lässt auf sich warten – muss die temporär klassifizierte Kunsthalle in der Mitte Berlins nach ein paar letzten noch laufenden Aktionen sich auf ihren Rückbau gefasst machen. Es wird ein wenig stiller am Platz der verschwiegendsten Öde mitten in Berlin, dafür kann sich jetzt alle Aufmerksamkeit auf das richten, was nicht zu richten ist: die Schlossphantasmagorie. Zu betrachten demnächst vom Balkon einer Info-Box.
Nach zweijähriger Laufzeit schließt die Temporäre Kunsthalle Berlin also wie geplant am 31. August 2010, die dritte große Ausstellung „FischGrätenMelkStand“ ist an diesem Tag bis 18 Uhr geöffnet, ab 20 Uhr beginnt die Abschlussfeier. Danach verschwindet die Kunsthalle vom Schlossplatz.
Damit geht, so die Veranstalter, ein Projekt zu Ende, das von September 2008 bis August 2010 auf dem Schlossplatz, in der Mitte Berlins, einen neuen – provisorischen – Ort für die Auseinandersetzung mit Kunst, mit deren Vielfalt und Vielschichtigkeit geschaffen hat. Die Temporäre Kunsthalle Berlin widmete sich der Präsentation internationaler Gegenwartskunst, die in Berlin entsteht, und würdigte diesen kreativen Freiraum. In den zwei Jahren fanden hier 16 Ausstellungen statt, begleitet von über 150 Veranstaltungen. Das Ausstellungsprogramm beschränkte sich nicht nur auf die 600 m² große Ausstellungshalle, mit den für die Temporäre Kunsthalle Berlin konzipierten Fassadenprojekten verwandelte sich das gesamte Gebäude in ein Kunstwerk im öffentlichen Raum.
Allerdings mussten die Veranstalter auch erkennen, dass sich trotz des prominenten Ortes nicht jede Ausstellung gleich in einen Erfolg verwandelte, im Gegenteil gab es regelmäßig Zeiten, in denen man sich allein in dem von Adolf Krischanitz, Berlin/Wien, konzipierten Holzständerbau bewegte. Schon das erste Jahr brachte manche Unruhe, die beiden Mitinitiatorinnen, Coco Kühn und Constanze Kleiner, warfen früh das Handtuch. Zuviel Unruhe für ein auf so kurze Zeit befristetes Projekt, zu wenig Kontinuität und Sponsoren-Gegenüber für Projekte, die zwar schon geplant aber längst noch nicht zuende gedacht waren. Ein Grund mit für die Schwierigkeiten am prominenten Platz war sicherlich das schmale Budget – die Kunsthalle wurde vollständig privat finanziert, aber sicherlich auch der Widerstand in der Kunst- und Kulturszene der Stadt selbst. Eifersüchteleien auf Künstlerseite einerseits, ständiges Querschießen auf der Seite derjenigen, die immer schon gegen die Zwischennutzung auf heiligem Schlossboden waren.
Was bleiben wird? Man möchte auf einen großen Abschlusskatalog hoffen (Sponsoren?!), der nicht nur das zusammenfasst, was künstlerisch Sache war mitten in Berin, sondern auch detailliert die Geschichte des temporären Baus dokumentiert. Damit wir für eine Kunsthalle für zeitgenössische Kunst – denn die gibt es in der Kunsthauptstadt Deutschlands ja nicht – einen Leitfaden für Planung, Ausführung und Betrieb erhalten. Aus Fehlern lernen, das wäre schon was!
Mir wird die Kiste, die ihre Außenhaut immer wieder wechselte, fehlen. Gerade ihr manchmal penetrant provisorischer Charakter hob ihre Inhalte mehr in den Vordergrund, als das viele renommierte Häuser schaffen. Denn deren Glanz fällt meist auf das Glänzende zurück, jedoch selten auf den Inhalt und damit ins Auge, im besten Falle ins Herz des Betrachters. Be. K.













