Adaptive Fassaden und Behaglichkeit

Mit der Priedemann Fassadenberatung in Berlin, besser mit Wolfgang Priedeman, wollte ich schon seit Jahren etwas „zusammen machen“. Wir sind uns auf so vielen Veranstaltungen begegnet, aber in einer Heftpatenschaft kamen wir noch nicht zusammen. Jetzt aber. Wir trafen uns im April mit ihm und dem Geschäftsführer Dipl.-Ing. Hans-Ulrich Schellhorn sowie den geschäftsführenden Gesellschaftern Dipl.-Ing. Wolfgang Feuerlein und Dipl.-Ing. Lars Anders.  In dem Facade-Lab in Großbeeren haben wir über die Entwicklung und heutigen Anforderungen an Fassaden gesprochen und diskutiert und natürlich Projekte für dieses Heft ausgesucht.

„Unsere Keimzelle war das Beratungsgeschäft, das hat sich dann in der Lust, diese Fachdisziplin zu leben und die Themen der Fassade auch auszuführen, kontinuierlich erweitert. Ein logischer Schluss eigentlich, wenn man in der Consulting-Phase merkt, dass Produkte fehlen. Es ist für uns ein runder Zyklus, dass wir uns aus dem Consulting ins Engineering bewegt haben und eben auch in die Produktentwicklung, damit die Dinge, die wir brauchen auch da sind“, so Wolfgang Priedemann zur Entwicklung seines Unternehmens, das er jetzt in Nachfolgehände gelegt hat. „Gerade beim Tragwerk haben wir immer noch keine tragenden Fassadenelemente, die mittragen und Brandschutz können. Da ist so vieles was fehlt, und damit interessiert es uns, selber Lösungen zu entwickeln. Wir stellen fest, Regelwerke schränken in Deutschland eindeutig die Freiheit der Planung ein. Etwas Bewegung kommt in die Klebetechnologie, dass man auch mal was zulässt, was in anderen Ländern seit Jahren gebaut wird. Für uns ist die Forschung und Entwicklung ganz wichtig. Ein Beispiel: opake Fassaden zu entwickeln, die einen regelbaren U-Wert haben. Das heißt, der U-Wert ist schaltbar. Damit kann ich Energieflüsse steuern. Wir denken heute in adaptiven Fassaden, die für Menschen in den Räumen eine behagliche Atmosphäre schaffen. Ökonomie und Ökologie sind untrennbar, was wir aber wirklich dazu brauchen, sind gute Bauherren, die sich auf das Besondere und Innovative für die Fassade einlassen“. Die ausgewählten Projekte im Architekturteil spiegeln diesen Anspruch und die Ansätze deutlich wider. BF

Bei der DBZ 8 | 2017 musste sich der Verlag Ende Juli nach langem Hin und Her dafür entscheiden, die DBZ-Hefte August und September aus technischen Gründen zusammenzulegen. Der Umfang der Doppelausgabe wurde erweitert, das Thema „Tragwerk“ haben wir aufgrund seiner Bedeutung in die Ausgabe 12 dieses Jahres verschoben. Wir bitten um Ihr Verständnis.